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           Achondrite   -   Fotos und Klassifikation

                            Vesta Meteorite (HED-Gruppe):
                    Howardite, Eucrite, Diogenite, Olivin-Diogenite



ACHONDRITE

Primitive Achondrite
PAC-Gruppe

Differenzierte Asteroidale Achondrite

Vesta Meteorite
HED-Gruppe

Mars Meteorite
SNC-Gruppe

Lunare Meteorite
LUN-Gruppe
Achondrite sind eine sehr heterogene Klasse von Steinmeteoriten, die keine Chondren aufweisen. Sie stammen von differenzierten Körpern auf denen es durch Schmelzprozesse zu einer Trennung von Kern und Mantel gekommen ist.
Den Übergang zwischen den undifferenzierten Chondriten und den differenzierten Achondriten stellen die Primitiven Achondrite (PAC) dar. Sie stammen von kleineren Asteroiden, die recht schnell erstarrt sind.

Die differenzierten Achondrite stammen von mittelgroßen bis großen Asteroiden (wie z.B. Vesta), anderen Planeten (Mars und eventuell Merkur) oder dem Erdmond. Die Meteorite der HED-Gruppe (Howardite, Eucrite, Diogenite, Olivin-Diogenite) stammen von einem differenzierten, größeren Mutterkörper, nach spektroskopischen Untersuchungen sehr wahrscheinlich vom Asteroiden 4 Vesta. Das Kristallisationsalter aller HED-Meteorite liegt zwischen 4,43 und 4,55 Milliarden Jahren. Vesta ist mit 560 x 544 x 448 km Abmessung der drittgrößte Körper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Er weist eine basaltische Kruste, einen ultramafischen Mantel und einen Eisen-Nickel-Kern auf, wie man aus seiner Dichte schlussfolgern kann. Die geologische Aktivität auf Vesta, verursacht durch die beim Zerfall von 26Al freiwerdende Wärme, war nur von kurzer Dauer und endete vor etwa 4,4 Mrd. Jahren. Der Asteroid weist nach Aufnahmen des Hubble Space Teleskops einen gewaltigen Impakt-Krater von etwa 450 km Durchmesser auf. Die Tiefe beträgt 8 km, die Wälle ragen zusätzlich 8 - 14 km auf und in seiner Mitte liegt ein Zentralkegel von 13 km Höhe. Bei diesem Einschlag wurden auch Gesteine aus tieferen Regionen freigelegt.
Eine Gruppe von kleinen Asteroiden von maximal 10 km Durchmesser und mit spektralen Ähnlichkeiten zu Vesta, die sogenannten Vestoiden, wurden vermutlich bei dem großen Impakt aus dem Körper herausgeschlagen. Die HED-Meteorite können direkt von der Vesta oder auch von den Vestoiden stammen. Nach einer anderen Theorie sind Vesta und die Vestoiden die Reste eines zerstörten größeren, planetaren, differenzierten Körpers, der der Ursprung der HED-Meteorite, Mesosiderite und vielleicht auch IIAB-Eisenmeteorite ist. Für eine enge Beziehung der HED-Meteorite mit den Mesosideriten gibt es verschiedene Indizien: die ähnliche Sauerstoffisotopen-Verhältnisse, überlappende Fe/Mn-Verhältnisse in Olivinen und Pyroxenen, ähnliche Zusammensetzungen von Ca-Plagioklas sowie Eucrit- und Diogenit-Klasten in Mesosideriten und umgekehrt.



      Vesta Meteorite (HED-Gruppe): Howardite, Eucrite, Diogenite, Olivin-Diogenite


Howardite
Howardite sind immer brekziiert und enthalten Klasten von Eucrit und Diogenit. Sie repräsentieren die durch Impakte erzeugte regolithische Oberfläche von Vesta. Diese Gruppe wurde nach dem Meteoritenforscher Edward Howard benannt.
Zu den polymikten Eucriten gibt es eine willkürliche Festlegung der Grenze an Hand der Klasten. Enthält das Material mehr als 10 % diogenitische Klasten, fällt es unter die Howardite, sind es weniger, zählt es als polymikter Eucrit. Analog erfolgt die Festlegung der Grenze zu den polymikten Diogeniten.


    Dhofar 485.  Achondrit, HED-Gruppe, Howardit.

Meteorit Dhofar 485 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.


Bei dem Meteoriten Dhofar 485 handelt sich um eine Brekzie mit verschiedenen Klasten. Besonders fallen die größeren, feldspatreichen Eucrit-Klasten auf. Bei dem Feldspat liegt ein Anorthit (An85-95) vor. Schockstadium S4, Verwitterungsgrad W2.

Fund Januar 2001. Dhofar, Oman (19°06'3"N, 54°47'1"E). TKW 1558 g.

Größe 65 x 45 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 1181.  Achondrit, HED-Gruppe, Howardit.

Meteorit NWA 1181 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.


Der Meteorit wurde verschieden klassifiziert, gegenwärtig wird er als Howardit eingestuft, zeitweise wurde er als polymikter Eucrit klassifiziert. Das Material besteht aus 94 % Eucrit-Klasten, 4 % Schockschmelz-Klasten und 2 % Diogenit-Klasten. In dem Gestein wurden mindestens 34 verschiedene Eucrite gefunden, die von mikro-ophitisch (< 0.1 mm Korngröße) bis zu gabbroisch (3 - 7 mm Korngröße) reichen. In der hier vorliegenden Scheibe findet sich im Zentrum ein 4,5 cm großer basaltischer Klast. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1-W2.
Fund 2001. Nordwest-Afrika. TKW 3,28 kg.

Größe 207 x 163 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.ihi



    NWA 5959.  Achondrit, HED-Gruppe, Howardit.

Meteorit NWA 5959 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.


Der Meteorit enthält Eucrit-Fragmente mit verschiedenen Lithologien sowie Pyroxen-Bruchstücke in einer sehr feinkörnigen Matrix. Bei den Pyroxenen handelt es sich um Enstatit (Fs21.1-34.8 W03.8-3.9), Ferrosilit (Fs60.2 Wo1.7) mit entmischten Pigeonit-Lamellen (Fs26.2 Wo42.1) sowie um Ca-armen Pigeonit.

Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 1750 g.

Größe 63 x 31 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6000.  Achondrit, HED-Gruppe, Howardit.

Meteorit NWA 6000 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.


Fund August 2008. Nordwest-Afrika. TKW 308 g.

Größe 16 x 15 mm, Gewicht 1,423 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 10733.  Achondrit, HED-Gruppe, Howardit.

Meteorit NWA 10733 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Howardit.


Bei NWA 10733 handelt es sich um eine fragmentale Brekzie aus Mineralklasten und untergeordnet Gesteinsklasten (Basalt, Gabbros und Impaktschmelzmaterial) in einer feinkörnigen Grundmasse. Die Scheibe enthält mehrere Einschlüsse von Fe-Ni-Metall, wahrscheinlich Reste eines Impaktors.

Fund 2016. Nordwest-Afrika. TKW 238 g.

Größe 44 x 33 mm, Gewicht 15,23 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5743.  Achondrit, HED-Gruppe, Howardit, polymikt.



Meteorit NWA 5743 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), polymikter Howardit.


Bei dem Meteoriten handelt es sich um einen polymikten Achondriten mit Komponenten sehr verschiedener Lithologien, der wahrscheinlich von 4Vesta stammt. Er ist das Produkt eines Impaktes, der Material aus tieferen Bereichen des Asteroiden mit anderen Gesteinen vermischte. Der Meteorit enthält etwa 40 % Olivin-Diogenit-Komponente, 20 % Eucrit-Komponente sowie eine dunkle, metallreiche, ultramafische Komponente, von der sonst wohl keine weiteren Proben vorliegen. Diese Komponente wurde zunächst für lodranitisches Material gehalten, stammt aber nach Isotopenanalysen ebenfalls von der Vesta. Sie besteht aus stark zoniertem Olivin, Ca-armen Pyroxen und 10-15 Vol.% Metall (Kamacite und untergeordnet Taenit.

Fund 2008. Nordwest-Afrika. TKW 216,4 g.

Größe 26 x 22 mm, Gewicht 3,7 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.

Beide Seiten der Scheibe.




Eucrite
Eucrite enthalten viel Anorthit und Pyroxen (Pigeonit bis Augit) und stellen die asteroidale Kruste von 4 Vesta mit basaltischer Zusammensetzung dar. Sie sind meistens brekziiert. Es lassen sich generell monomikte und polymikte Eucrite unterscheiden, wobei erstere noch weiter unterteilt werden:
     1. Monomikte Eucrite (unbrekziiert und brekziiert)
          A. Gabbroisch, kumulat
          B. Basaltisch
                   Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend
                   Stannern Trend
                   Residual
     2. Polymikte Eucrite (brekziiert).
Kumulate Eucrite sind das Produkt gravitativer Trennung bereits kristallisierten Materials von der Schmelze in Magmenkammern. Nicht-kumulate basaltische Eucrite stammen von der obersten, aus einem Magma-Ozean erstarrten Kruste bzw. an oder nahe der Oberfläche erstarrten Magmen. Polymikte Eucrite sind Brekzien mit über 90 % eucritischen Klasten. Sie sind das Produkt von Impakten, die tieferes, diogenitisches Material mit eucritischem vermischt haben.


    NWA 5018.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.



Meteorit NWA 5018 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter unbrekziierter Eucrit, gabbroisches Kumulat.


NWA 5018 ist ein unbrekziierter kumulater Eucrit mit basaltischer Zusammensetzung, das terrestrische Analogon ist ein Gabbro. Er weist eine grobkörnige Textur aus bräunlichem Pyroxen (Augit mit Entmischungslamellen von Ca-armen Pyroxen und umgekehrt, Fs27-64.1, Wo1.2-44.5) und weißem Anorthit (An78.5-91.1) auf. Untergeordnet sind Ilmenit, Al-Ti-reicher Chromit und Troilit vorhanden. Schockstadium niedrig, Verwitterungsgrad niedrig.

Fund 2007. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 254 g.

Größe 55 x 44 mm, Gewicht 12,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



unten:
Ausschnitt aus der Vollscheibe. Bildbreite 22 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6309.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 6309 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), polymikter Eucrit, gabbroisches Kumulat.


Die bisher über den Meteoriten verfügbaren Daten sind sehr spärlich und erscheinen z.T. widersprüchlich. Er wird als SiO2- und plagioklasreicher, polymikter Eucrit bezeichnet, gleichzeitig aber auch als unbrekziiert. Auf Grund der gabbroischen Textur wird er hier zu dem NWA 5018 gestellt. Der Plagioklas ist ein Anorthit mit An90.1-91.8. Die Angabe zum Pyroxen Fs28-57.4 Wo5.9-42.1 unfasst offenbar zwei verschiedene Pyroxene (Augit mit Entmischungslamellen ?, vgl. NWA 5018). Schockstadium niedrig, Verwitterungsgrad mäßig. Pairing vermutlich NWA 4905 und NWA 5558 (über die aber auch noch nichts näheres veröffentlicht wurde).

Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 950 g.

Größe 56 x 28 mm, Gewicht 7,77 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 8021.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 8021 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter gabbroischer Eucrit.


Bei NWA 8021 handelt es sich um eine monomikte, stark geschockte, gabbroische Eucrit-Brekzie. In einer feinkörnigen Matrix schwimmen einige Klasten mit gabbroischer, eucritischer Lithologie. Das gabbroische Material besteht überwiegend aus Ferrosilit (Fs60.6-60.9Wo2.3-2.6) mit Pigeonit-Entmischungen (Fs26.3-28.9Wo43.5-42.2) und Plagioklas (Anorthit, An89.6-90.7Or0.4-0.5). Der Plagioklas ist in Maskelynit umgewandelt. Die Matrix besteht aus kleinen bis sehr kleinen Kristallfragmenten von Pyroxen und etwas Plagioklas. Bemerkenswert sind kleine, runde Hohlräume (ehemalige Gasblasen, Vesikel), die in einigen Bereichen sehr konzentriert auftreten.

Fund 2013. Nordwest-Afrika. TKW 185,6 g.

Größe 45 x 40 mm, Gewicht 8,1 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
 
Ausschnitt mit einem Bereich mit zahlreichen kleinen Hohlräumen (Vesikel).

Bildbreite 28 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Dhofar 007.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit Dhofar 007 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), polymikter Eucrit, gabbroisches Kumulat.


Dhofar 007 ist eine polymikte Brekzie, die im wesentlichen aus Klasten von einem gabbroischen Kumulat besteht. Die Matrix ist ähnlich zusammengesetzt, enthält aber auch kleine Fragmente anderer Lithologien. Klasten und Matrix werden von Schockadern durchzogen. Das gabbroische, kumulate Material besteht aus Pyroxen (51 %, Pigeonit mit feinen Augit-Lamellen), Plagioklas (47%, Anorthit), sowie akzessorischem SiO2, Chromit, Troilit, Kamacit, Taenit und Ca-Phosphat. Dhofar 007 weist eine relativ schnelle Abkühlung zwischen 1200 und 850°C auf, gefolgt von einer sehr langsamen zwischen etwa 700 bis mindestens 300°C. Auf Grund der Abkühlungsgeschichte und der Anreicherung von siderophilen Elementen (Ni, Co, Ir, Au, Pd) wird diskutiert, ob Dhofar 007 eventuell mesosideritisches Material darstellt (Yamaguchi et al., 2003). Sauerstoffisotope, Petrologie und Mineralogie, Textur, Hauptelement- und REE-Werte entsprechen jedoch einem normalen Eucrit.

Fund 4. Dezember 1999. Dhofar, Oman. TKW 21,27 kg.

Größe 65 x 43 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 3368.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 3368 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter brekziierter Eucrit, basaltisch, Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend.


Bei dem Meteoriten handelt es sich um eine nicht-kumulate, monomikte Eucrit-Brekzie mit hellen und dunklen Klasten von Millimeter- bis Zentimetergröße in einer feinkörnigen Matrix. Hauptminerale sind Pyroxen (Wo6 En36 Fs59 und Wo40 En30 Fs30) und Anorthit (An90 Ab 10 Or0.4), untergeordnet sind Ilmenit, Chromit, Troilit und Eisen vorhanden.

Fund 2005. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 1600 g.

Größe 95 x 60 mm, Gewicht 37 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6262.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 6262 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Eucrit, basaltisch, monomikt.


Bei NWA 6262 handelt es sich um eine monomikte Brekzie aus basaltischen Eucrit-Klasten in einer vergleichbaren Matrix. Der Orthopyroxen (Fs50.8-53.0Wo3.3-2.3) enthält Entmischungslamellen von Pigeonit (Fs39.8Wo25.1), Anorthit, ein SiO2-Polymorph sowie akzessorisch Ilmenit, Troilit und Kamacit.

Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 136 g.

Größe 30 x 25 mm, Gewicht 2,9 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Camel Donga.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit Camel Donga (Individuum).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter brekziierter Eucrit, basaltisch, Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend.


Das Material besteht hauptsächlich aus Pyroxen (Fs49 Wo16) und Plagioklas (Anorthit, An85). Das Gestein ist durch fraktionale Kristallisation aus einem Magma entstanden. Das Kristallisationsalter liegt bei 4,507 Milliarden Jahren. Ein recht ungewöhnlich hoher Gehalt von metallischem Eisen von 2 % ist wahrscheinlich auf Reduktionsprozesse bei einer thermischen Metamorphose zurückzuführen. Sie wurde wahrscheinlich durch einen größeren Impakt etwa 10 - 15 Millionen Jahre nach der Mantel-Differenziation verursacht.
Das abgebildete Individuum zeigt eine schöne schwarze Schmelzkruste mit flow lines.

Fund ab 1984. Camel Donga, Nullarbor-Ebene, Western Australia, Australien. TKW mindestens 25 kg.

Größe 26 x 17 x 16 mm, Gewicht 8,44 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 3152.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 3152 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Eucrit, basaltisch, Hauptgruppe / Nuevo Laredo Trend.


Bei NWA 3152 handelt es sich um einen stark metamorphen (Typ 7), equilibrierten, basaltischen Eucrit mit feinkörniger Textur. Er besteht aus Plagioklas (Anorthit, An91.0-93.1 Or0.4), Ferrosilit (Fs57.7 Wo4.3) mit Entmischungslamellen von Augit (Fs26.9 Wo42.8), etwas Tridymit, akzessorischem Ilmenit und Ti-haltigem Chromit.

Fund 2005. Marokko. TKW 1496 g.

Größe 23 x 16 mm, Gewicht 3,5 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6264.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 6264 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Eucrit, basaltisch.


NWA 6264 ist eine feinkörnige, stark geschockte Eucrit-Brekzie. Das Material enthält spärlich sehr feinkörnige Gesteinsklasten und weist glasige Schockadern auf. An Mineralen finden sich Ferrosilit (Fs62.8-63.7Wo2.1-1.9) mit Entmischungslamellen von Pigeonit (Fs27.8-32.4Wo42.9-37.6), Anorthit, ein SiO2-Polymorph sowie akzessorisch Ilmenit und Troilit.

Fund 2010. Nordwest-Afrika. TKW 273 g.

Größe 34 x 25 mm, Gewicht 1,55 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Stannern.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit Stannern (Fragment mit Kruste).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Eucrit, basaltisch, Stannern Trend.


Bei dem namensgebenden Meteoriten des Stannern-Trends handelt es sich um eine monomikte Brekzie mit mittlerem Metamorphosegrad (Typ 4). Nach der Eruption der Schmelze und Auskristallisation hat es also keine sehr starke Überdeckung gegeben. Stannern (wie die andere Vertreter des Stannern Trends) ist angereichert an inkompatiblen Elementen und weist eine hohes MgO/FeO-Verhältnis auf. Das Gestein besteht aus 33 Vol-% Anorthit (An84), 11 % Ferrosilit (Fs55), 49 % Pigeonit (Fs55En35Wo10), sowie etwas Quarz, Ilmenit, Troilit und Chromit. Die Entstehung des Materials wird durch partielles Aufschmelzen tiefer eucritischer Kruste erklärt, und nachfolgende Assimilation dieser Schmelze durch einen aufsteigenden Magmaplume mit Hauptgruppen-Zusammensetzung.
Das Kristallisationsalter von Stannern liegt bei 4,434 Milliarden Jahren und steht wahrscheinlich in Zusammenhang mit einem Impaktereignis. Ein weiteres Impaktereignis bei etwa 3,7 Milliarden Jahren ist festzustellen. Das CRE-Alter von Stannern beträgt etwa 35,1 Millionen Jahre.

Fall 22. Mai 1808. Stonarov (Stannern), Jihomoravsky, Tschechische Republik. TKW 52 kg.

Größe 14 x 7 mm, Gewicht 0,49 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Agoult.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit Agoult (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Eucrit, basaltisch, residual.


Agoult weist eine unbrekziierte, sehr feinkörnige Textur aus Pyroxen (Größe etwa 100 µm) und Plagioklas (bis 300 µm). Zwischen den Körnern bestehen zahlreiche triple-junction Kontakte. Agoult ist tief in der Kruste von Vesta entstanden. Nach Untersuchungen der Selten-Erd Verteilung (mit positiver Eu-Anomalie) wird Agoult als residuales Material einer schnellen Teilschmelzenbildung durch einen aufsteigenden Magmaplume und anschließender Abfuhr der Schmelze gesehen. Diese Teilschmelze hat zur Bildung der Stannern-Trend-Eucrite durch "Kontamination" von Schmelzen von Hauptgruppen-Zusammensetzung geführt.

Fund März 2000. Agoult, Marokko. TKW > 650 g.

Größe 29 x 13 mm, Gewicht 1,41 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Sahara 02501.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit Sahara 02501 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), basaltischer monomikter Eucrit.


Bei Sahara 02501 handelt es sich um einen feinkörnigen, basaltischen Eucriten. Nach dem Modalbestand besteht das Gestein aus 53 % Pyroxen, 46 % Plagioklas und 4 % SiO2 (so angegeben, ergibt in Summe über 100 %). Die Zusammensetzung der Pyroxene liegt zwischen En25Fs32Wo42 bis En28Fs69Wo3. Die bis etwa 0,6 mm langen Kristalle sind zoniert und weisen einen Ca-armen Kern auf. Plagioklas-Kristalle erreichen bis etwa 0,3 mm Länge und sind teilweise rekristallisiert. Es handelt sich um Anorthit mit der Zusammensetzung An86Ab12Or2. Der Material ist brekziiert und war teilweise aufgeschmolzen.

Fund Mai 2002. "Ti Hedjirine", Sahara. TKW 3960 g.

Größe 162 x 97 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4484.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 4484 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), basaltischer monomikter Eucrit.


Bei NWA 4484 handelt es sich um einen basaltischen Eucriten mit ophitischer Textur aus bis 1,3 mm großen Enstatit-Körnern mit feinen Augit-Entmischungen und dünnen Anorthit-Kristallen. Weiterhin sind SiO2, Ilmenit, Troilit und wenig Ni-freier Kamacit vorhanden.

Fund 2006. Nordwest-Afrika. TKW 140 g.

Größe 20 x 11 mm, Gewicht 0,712 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 8003.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 8003 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), basaltischer monomikter Eucrit.


Bei NWA 8003 handelt es sich um einen basaltischen Eucriten. Er besteht aus dunklen Pyroxenkristallen (Ferrosilit, Fs65.6-66.1Wo2.1-1.7, mit entmischtem Pigeonit, Fs28.7-28.9Wo44.1-44.3), weißem Plagioklas (Anorthit) sowie akzessorischem SiO2, Ilmenit und Troilit. Das Material wird von glasigen Schockadern durchzogen.

Fund 2013. Nordwest-Afrika. TKW 272,8 g.

Größe 58 x 42 mm, Gewicht 9,7 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6347.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 6347 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), basaltischer Eucrit.


Bei NWA 6347 handelt es sich um einen feinkörnigen, aufgeschmolzenen und rekristallisierten und anschließend brekziierten und von Schockadern durchzogenen Eucriten.

Fund 2010. Nordwest-Afrika. TKW 148 g.

Größe 32 x 29 mm, Gewicht 5,370 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 8264.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 8264 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), basaltischer Eucrit, porphyrisch.


NWA 8264 weist eine ungewöhnliche Textur auf, er ist porphyritisch ausgebildet. In einer extrem feinkörnigen Grundmasse finden sich bis etwa 1 mm große Pyroxenkristalle. Bei dem Pyroxen handelt es sich um Enstatit (Fs55.8-57.2Wo2.0-1.6) mit Entmischungslamellen von Pigeonit (Fs21.9-23.6Wo45.5-44.2). Die Grundmasse enthält Orthopyroxen, Clinopyroxen, Plagioklas, ein SiO2-Polymorph, Ilmenit, Ti-Chromit und Troilit.

Fund 2014. Nordwest-Afrika. TKW 57,9 g.

Größe 30 x 18 mm, Gewicht 2,18 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4470.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 4470 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), basaltischer Eucrit, anomal.


Bei NWA 4470 handelt es sich um einen anomalen basaltischen Eucriten. Das Material besteht aus deutlich zonierten Orthopyroxenen und Plagioklas sowie akzessorischen Anteilen einer SiO2-Modifikation, Troilit, Augit, Chromit und Ilmenit. Die Orthopyroxene weisen im Kern eine Enstatit-Zusammensetzung auf (Fs31.3-33.9 Wo4.6-5.2). Scharf abgegrenzt ist der Rand mit Ferrosilit-Zusammensetzung (Fs59.1-60.3 Wo2.9-3.9) und entmischtem Pigeonit. Bei dem Plagioklas handelt es sich um einen Anorthit (An88.9Or0.3). Entlang von Subkorngrenzen im Pyroxen findet sich Fayalit (Fa81.7). Auf Grund der scharfen Zonierung der Pyroxene und dem Auftreten von Fayalit wurde NWA 4470 als anomal eingestuft.

Fund 2006. Algerien. TKW 631 g.

Größe 21 x 14 mm, Gewicht 2,68 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5582.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 5582 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.



Fund 2008. Marokko. TKW 411 g.

Größe 54 x 44 mm, Gewicht 7,7 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5478.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 5478 (Halbstein).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.



Fund 2008. Nordwest-Afrika. TKW 30,3 g.

Größe 11 x 11 mm, Gewicht 0,542 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4893.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 4893 (Endstück).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.



Fund 2007. Nordwest-Afrika. TKW 180 g.

Größe 19 x 14 mm, Gewicht 2,573 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6694.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.


 
Meteorit NWA 6694 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.


Der Meteorit ist stark brekziiert und weist Klasten sehr unterschiedlicher Größe auf. Es finden sich sowohl graue, sehr feinkönige Klasten, als auch gröber kristallines Material mit deutlich sichtbaren Pyroxen- und Plagioklas-Kristallen. Ein Teil der Klasten ist in sich schon brekziiert und besteht deutlich erkennbar aus unterschiedlichem Material.

Fund 2011. Marokko. TKW 5,01 kg.

Größe 118 x 83 mm, Gewicht 64 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Meteorit NWA 6694 (Detail).

Größe 70 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6974.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 6974 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.


NWA 6974 ist ein polymiketer Eucrit mit deutlich verschiedenen Lithologien. Ein Bereich mit heller grauer Matrix enthält grob- bis feiner kristalline Eucrit-Klasten. Davon deutlich getrennt ist ein Bereich mit dunkler grauer Matrix. Hier finden sich Eucrit- und einige kleinere Diogenit-Klasten. Auffällig sind schwarze Klasten (eventuell CM2-Material ?), bei denen es sich wahrscheinlich um Reste eines Impaktors handelt. Die beiden Bereiche repräsentieren verschiedene Impakte.

Fund 2011. Nordwest-Afrika. TKW 608 g.

Größe 76 x 42 mm, Gewicht 21,548 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 7231.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 7231 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.


NWA 7231 ist ein polymiketer Eucrit, der Ähnlichkeiten zu NWA 6974 aufweist, aber wahrscheinlich nicht mit diesem gepairt ist. Auffällig sind weiße, feldspatreiche sowie blass grünliche und bräunliche, pyroxenreiche Klasten. Weiterhin sind einige schwarze Klasten (ein kohliger Chondrit ?) vorhanden.

Fund 2011. Nordwest-Afrika. TKW 191 g.

Größe 49 x 34 mm, Gewicht 12,062 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 8509.  Achondrit, HED-Gruppe, Eucrit.

Meteorit NWA 8509 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Eucrit.


Der Eucrit NWA 8509 ist stark brekziiert. Die eucritischen Klasten und die feinkörnige Grundmasse bestehen hauptsächlich aus entmischtem Pyroxen (Ca-armer Pyroxen, Fs35.9-59.7 Wo 2.2-5.6 und Ca-reicher Pyroxen, Fs22.8-30.7 Wo38.7-42.1) und Plagioklas (Anorthit, An89.6-91.4). Untergeordnet sind ein SiO2-Polymorph und Chromit vorhanden. Größere Bereiche des Materials sind schock-geschmolzen und rekristallisiert. Pairing wahrscheinlich NWA 8036.

Fund 2014. Nordwest-Afrika. TKW 272 g.

Größe 64 x 45 mm, Gewicht 27,13 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Diogenite
Diogenite sind kumulate Gesteine aus tieferen Regionen der Kruste von Vesta. Sie bestehen überwiegend aus grobkörnigem Mg-reichen Orthopyroxen (Enstatit). Das terrestrische Analogon sind Orthopyroxenite bis Olivin-Orthopyroxenite. Polymikte Diogenite enthalten bis 10 % eucritische Klasten. Ihren Namen haben die Diogenite nach dem griechischen Philosophen Diogenes von Apollonia (geb. ca. 500 v.d.Z.) erhalten, der als erster eine außerirdische Herkunft der Meteorite vermutete.
Zu der Beziehung zwischen Eucriten und Diogeniten gibt es verschiedene Theorien. Eine geht von einer eucritischen Kruste und einer darunter liegenden, mehr oder weniger durchgehenden diogenitischen Lage aus. Durch den großen Impakt auf Vesta wurden Bereiche bis zu der diogenitischen Lage freigelegt. Neue geochemische Untersuchungen zur Seltenerd-Verteilung in Diogenitischen weisen auf ein komplizierteres Modell hin (Barrat et al. 2010). Danach sind ein Teil der Diogenite in geringer Tiefe erstarrt (wie z.B. Dhofar 700) und das Resultat von Intrusionen in die eucritische Kruste. Das Magma wurde durch eucritisches Material kontaminiert. Damit sind die Diogenite jünger als die Eucrite.


    Ibbenbüren.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.


Ibbenbüren. Fragment, Größe 5,5 mm, Gewicht 0,035 g. Sammlung und Foto
Thomas Witzke.
Meteorit Ibbenbüren.
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter monomikter Diogenit.

Fall 17. Juni 1870. Ibbenbüren, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. TKW 2,064 kg.

Georg VOM RATH teilte 1871 mit, dass laut einem Schreiben von Professor HEIS am 17. Juni 1870, nachmittags gegen 14 Uhr bei Ibbenbüren ein donnerähnliches Getöse vernommen wurde, dem eine Minute zuvor ein Blitz vorausging. Drei Minuten später glaubte ein namentlich nicht genannter Berichterstatter, dass in seiner Nähe, einige hundert Schritte entfernt, ein Gegenstand in den Boden eingeschlagen sei. Zwei Tage später nahm er auf einem festgetretenen Feldweg eine 26 Zoll in den Boden gehende Öffnung wahr. An deren Ende fand er einen schwarzen Stein. Ein Jahr später wurde der 2,034 kg schwere, etwa 13 x 10 x 8 cm messende Stein zu Prof. Heis in Münster gesandt. Der Meteorit weist eine schwarze Schmelzkruste auf, nur an wenigen Stellen sind Fragmente abgebrochen. Im Inneren zeigt sich eine lichtgraue Grundmasse, in der sich reichlich gelblichgrüne Körner von 1 - 30 mm
Abmessung finden. Noch im gleichen Jahr teilte VOM RATH (1871 b) das Ergebnis einer Analyse der Körner mit. Danach weisen sie die Zusammensetzung SiO2 54,51, FeO 17,53, MnO 0,29, MgO 26,43, CaO 1,04, Al2O3 1,26 % auf. Es handelt sich um einen Eisen-haltigen Enstatit.
Eine ausführliche Beschreibung veröffentlicht VOM RATH 1872, sie enthält neben zwei Zeichnungen des Meteoriten auch noch einmal den Inhalt der beiden vorherigen Mitteilungen. Ein Fragment von 30 Gramm konnte inzwischen noch 300 - 400 Schritt vom ursprünglichen Fundort entfernt entdeckt werden.

Ein umfangreicher Beitrag von Werner SUER auf der Homepage vom Stadtmuseum Ibbenbüren nennt den Garten des damals noch nicht existierenden Hauses am Püsselbürener Damm 61 als Fundstelle. Im gleichen Beitrag wird auch ein Artikel der IVZ vom 2. Augut 2001 zitiert, der einen Fußweg am heutigen Niedersachsenring als Fundstelle nennt, rund 400 - 500 Meter entfernt von dem erstgenannten Ort. Die Angaben beruhen offenbar auf lokalen Überlieferungen, deren Zuverlässigkeit rund 130 - 140 Jahre nach dem Fall jedoch schwer einzuschätzen ist.



    Dhofar 700.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit Dhofar 700 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Diogenit.


Das Material weist eine equigranulare Textur auf und besteht überwiegend aus Orthopyroxen (Enstatit, En62-71 Wo 2.5-7.0). Untergeordnet sind Clinopyroxen (En55-66 Wo8-25), Forsterit (Fo63-68), Anorthit (An89-95), Chromit, Troilit und Fe-Ni-Metall vorhanden. Die Pyroxene sind zoniert, was auf eine schnelle Abkühlung in relativ geringer Tiefe hinweist. Ein Teil des Materials (einschließlich diese Teilscheibe), weist Vesikel auf. Die Entstehung der Vesikel in einem kumulaten Gestein ist bisher ungeklärt.

Fund 15. November 2002. Dhofar, Oman (19°18.5' N, 54°33.1' E). TKW 2770 g (insges. 12 Steine).

Größe 27 x 19 mm, Gewicht 2,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Tatahouine.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit Tatahouine (Fragment).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Diogenit.


Tatahouine besteht im Wesentlichen aus großen, grünen Enstatit-Kristallen, sowie etwas Chromit, Troilit und Ni-Fe-Metall. Der Meteorit ist beim Fallen in der Atmosphäre, aber in relativ geringer Höhe, in eine Unmenge an kleinen Stücken von oft weniger als 1 g zerbrochen. Die Zeit reichte nicht mehr, um an den Stücken neue Schmelzkruste zu bilden.

Fall 27. Juni 1931. Wenige km NE von Foam Tatahouine, Tunesien. TKW > 13,5 kg.

Größe 21 x 11 x 8 mm, Gewicht 2,83 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4272.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit NWA 4272 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Diogenit.


Der Meteorit NWA 4272 stellt einen Orthopyroxeniten dar, der aus grünlichen, z.T. fast idiomorphen, aber etwas fragmentierten Enstatit-Kristallen (Fs21.6-22.2Wo1.6-2.9) bis zu 2 cm Größe besteht, die in einer heller grünlichen, feiner körnigen Matrix liegen, die ebenfalls weitgehend aus Orthopyroxen aufgebaut wird. Akzessorisch findet sich Ca-reicher Pyroxen, Spinell und Eisen. Weiterhin treten dünne, kleine Plagioklas-Adern auf. NWA 4272 weist Ähnlichkeiten zu dem Meteoriten Johnstown auf.

Fund Dezember 2003. West-Sahara (oder westliche Sahara ?), als Lokalname für den Fundort wird "Molay" angegeben. TKW 6768 g.

Größe 195 x 131 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA xxx.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit NWA xxx (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Diogenit.


Der Meteorit weist bis etwa 8 mm große, grüne Enstatit-Kristalle auf. Er ist vermutlich gepaired mit NWA 6927 und weist Ähnlichkeiten zu dem Meteoriten Johnstown auf.

Fund 2012. Nordwest-Afrika. TKW 121 g.

Größe 40 x 29 mm, Gewicht 9,581 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4395.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit NWA 4395 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), monomikter Diogenit.


Bei NWA 4395 handelt es sich um einen Orthopyroxeniten, der fast ausschließlich aus großen Enstatit-Kristallen (Fs30.5Wo2.7) besteht. Akzessorisch finden sich Plagioklas (Anorthit), Ca-Phosphate und Fe-Ni-Metall.

Fund 2004. Marokko. TKW 240 g.

Größe 43 x 35 mm, Gewicht 9,275 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6256.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit NWA 6256 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Diogenit.


Die Scheibe besteht fast ausschließlich aus einem Pyroxen-Einkristallquerschnitt.

Fund Januar 2009. Nordwest-Afrika. TKW 500 g.

Größe 30 x 28 mm, Gewicht 5,15 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 8115.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit NWA 8115 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Diogenit.


NWA 8115 besteht aus grobkörnigem Orthopyroxen (Enstatit, Fs30.0-30.5 Wo1.8-1.4). Akzessorisch sind Forsterit, Chromit, Trolit und Eisen vorhanden.

Fund Januar 2006. Nordwest-Afrika. TKW 237 g.

Größe 34 x 11 mm, Gewicht 3,57 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4437.  Achondrit, HED-Gruppe, Diogenit.

Meteorit NWA 4473 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), brekziierter polymikter Diogenit.


Eine Brekzie aus polykristallinen Klasten, die im wesentlichen aus Orthopyroxen (Enstatit) bestehen. Nach chemischen Untersuchungen stammen die Klasten von mindestens drei verschiedenen Diogenit-Lithologien (Enstatit-Zusammensetzungen Fs17.2Wo1.0, Fs21.6Wo2.1 und Fs37.2Wo3.5).

Fund 2006. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 7020 g.

Größe 37 x 23 mm, Gewicht 5,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Noritische Diogenite (Plagioklas-Diogenite)
Noritische Diogenite bestehen überwiegend aus Orthopyroxen (Enstatit) und Plagioklas. Es handelt sich um gabbroische Gesteine. Das terrestrische Äquivalent sind Norite. Bisher sind nur sehr wenige noritische Diogenite bekannt.


    NWA 10268.  Achondrit, HED-Gruppe, Noritischer Diogenit (Plagioklas-Diogenit).

Meteorit NWA 10268 (Vollscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Noritischer Diogenit.


Bei dem Meteoriten handelt es sich um einen frischen, grobkörnigen,noritischen Diogenit. Die Orthopyroxen-Kristalle erreichen bis 8 mm Größe und bestehen aus Enstatit (Fs34.9-36.9 Wo2.6-2.5). Spärlich sind Entmischungslamellen von Clinopyroxen vorhanden (Fs13.7-15.1 Wo43.4-43.1). Der Meteorit enthält weiterhin rund 10 % Plagioklas (Anorthit, An83.5-85.2 Or 0.5-0.9) sowie etwas Chromit und Troilit. Pyroxen und Plagioklas zeigen undulöse Auslöschung im Dünnschliff unter dem Polarisationsmikroskop. Der Meteorit wird von einigen dünnen Schmelzadern durchzogen.

Fund 2015. Nordwest-Afrika. TKW 89 g.

Größe 27 x 23 mm, Gewicht 2,42 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



Harzburgitische Diogenite (Olivin-Diogenite)
Olivin-Diogenite bestehen überwiegend aus Olivin und Enstatit. Sie repräsentieren noch tiefere Lagen der Kruste oder eventuell Material aus dem Mantel von 4 Vesta. Das terrestrische Äquivalent sind Peridotite bzw. Harzburgite.


    NWA 1877.  Achondrit, HED-Gruppe, Harzburgitischer Diogenit (Olivin-Diogenit).

Meteorit NWA 1877 (Fragment).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Olivin-Diogenit.


Bei dem Meteoriten handelt es sich um einen gelbgrünen, harzburgitischen Peridotit mit etwa gleichen Gehalten an Forsterit (Fa 27.8) und Enstatit (Orthopyroxen Fs 22.4-23.3 Wo 1.5) sowie etwas Mg- und Al-haltigem Chromit. Im Unterschied zu anderen Olivin-Diogeniten enthält er keinen Plagioklas. NWA 1877 repräsentiert wahrscheinlich ein primitives Mantelgestein und stammt aus größeren Tiefen des Mantels des Asteroiden 4 Vesta als andere bis dahin bekannte Olivin-Diogenite.

Fund 2003. Wahrscheinlich nahe Irtimi, Marokko. TKW 312 g.

Größe 15 x 8 mm, Gewicht 1.21 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5480.  Achondrit, HED-Gruppe, Harzburgitischer Diogenit (Olivin-Diogenit).



Meteorit NWA 5480 (Endstück).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Olivin-Diogenit.


Das Material besteht aus 57 % Olivin (Forsterit, Fa30.2), 42 % Orthopyroxen (Enstatit, Fs24.8 Wo1.8), 1 % Chromit und Akzessorien. Wie bei NWA 1877 fehlt auch hier Plagioklas. Das mittel- bis grobkörnige Gestein wird als Olivin-Diogenit bezeichnet, das terrestrische Analogon ist ein Harzburgit. Olivin und Orthopyroxen sind sehr inhomogen und schlieren-artig verteilt, es wechseln braune Bereiche aus überwiegend Forsterit und grüne, überwiegend aus Enstatit bestehende. Das Material wurde im Vesta-Mantel offenbar aufgeheizt, bis es plastisch reagierte und miteinander vermischt wurde. NWA 5480 könnte ein residuales Material nach partiellem Schmelzen und Abtrennung eines Magmas repräsentieren.

Fund Juli 2008. Arg Shash, Mali. TKW 4912 g.

Größe 32 x 22 mm, Gewicht 10.52 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



unten:
Die Rückseite des Exemplars mit der Oberfläche des Meteoriten. Deutlich sind die Bereiche mit grünem Enstatit und braunem Olivin sowie einige kleine schwarze Chromit-Kristalle zu erkennen. Eine Schmelzkruste fehlt.



Dunite
Vesta-Dunite bilden derzeit keine eigene Klasse. Zum Teil wird dunitisches Material mit zu den Diogeniten gestellt bzw. als Untergruppe von diesen aufgestellt, zum Teil gilt es als unklassifizierter Achondrit. In Analogie zu den terrestrischen Gesteinen sollen die Dunite hier aber separat behandelt werden. Dunite sind ultramafische Gesteine mit über 90 % Olivin.


    NWA 2968.  Achondrit, HED-Gruppe, Dunit.

Meteorit NWA 2968 (Teilscheibe).
Achondrit, Vesta-Meteorit (HED-Gruppe), Dunit.


Der Meteorit stellt ein kumulates, dunitisches Gestein mit über 95 % Olivin (Forsterit, Fa7.5) dar. Azessorisch sind Orthopyroxen (Enstatit), Fe-Ni-Metall, Troilit und Pyrrhotin vorhanden. Der Olivin zeigt Schockmerkmale wie undulöse Auslöschung oder Mosaikbildung. Die Sauerstoffisotopenwerte entsprechen denen der HED-Gruppe.
In der Meteoritical Bulletin Database findet sich NWA 2968 als unklassifizierter Achondrit.

Fund 2004. Nordwest-Afrika. TKW 268 g.

Größe 14 x 8 mm, Gewicht ... g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.






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Literatur siehe Hauptseite Meteorite
Weitere verwendete Literatur:
Vesta http://de.wikipedia.org/wiki/Vesta_(Asteroid); http://hubblesite.org/newscenter/archive/releases/1997/27/text/; Irving et al. (2009) 40th Lunar and Planetary Science Conference, 2466
Diogenite: Barrat, J.A. et al. (2010): Relative chronology of crust formation on asteroid Vesta:Insights from the geochemistry of diogenites.- Geochimica et Cosmochimica Acta 74, 6218-6231
NWA 1877: Irving et al. (2005) Lunar and Planetary Science XXXVI, 2188
NWA 3368: Gardner et al. (2006) Lunar and Planetary Science XXXVII, 2389
NWA 4473: Bunch et al. (2007) 70th Annual Meteoritical Society Meeting, 5133
NWA 5480: Irving et al. (2009) 40th Lunar and Planetary Science Conference, 2466
Camel Donga: Cleverly, W.H. et al. (1986) Meteoritics 21, 263-269; Miura, Y. et al. (1998) Geochimica et Cosmochimica Acta 62, 2369-2387
Stannern: von Engelhardt, W. (1963): Der Eucrit von Stannern.- Beitr. Min. Petr. 9, 65-94
Dhofar 007: Yamaguchi et al. (2003) Lunar and Planetary Science 34, 1377 pdf


© Thomas Witzke / Stollentroll


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