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      Meteorite: Chondrite    /    Meteorites: Chondrites


                   Fotos und Klassifikation : Kohlige Chondrite

                   Vigarano- und Karoonda-Gruppe

                   und verwandte ungruppierte Meteorite



CHONDRITE
C Chondrite CI, CM, CO
C Chondrite CV, CK
C Chondrite CR, CH, CB
Gew. Chondrite  LL
Gew. Chondrite  L / LL
Gew. Chondrite  L
Gew. Chondrite  H / L
Gew. Chondrite  H
Gewöhnliche Chondrite,
nicht klassifiziert
Rumuruti Chondrite
Forsterit Chondrite
Enstatit Chondrite
ungruppierte Chondrite   
Chondrite sind eine Gruppe von Meteoriten, die überwiegend aus Silikaten wie Olivin, Pyroxen und Plagioklas bzw. deren Alterationsprodukten bestehen. Sie können bis zu 20 Vol.-% metallische Phasen enthalten. Charakteristisches Merkmal sind kugelige Einschlüsse, die sogenannten Chondren, bis einige Millimeter Größe.

Chondrite stellen undifferenzierte Meteorite dar. Sie stammen von Asteroiden, die in den meisten Fällen nicht so stark erhitzt wurden, dass es zu Schmelzprozessen mit anschließender Trennung von Metall- und Silikatphase und Ausbildung von einem metallischen Kern und einem silikatischen Mantel in dem Körper kam. Diese Meteorite repräsentieren deshalb primitives Material aus der frühen Phase unseres Sonnensystems aus der Zeit vor ungefähr 4,56 Milliarden Jahren. Chondrite sind durch Aggregation von Chondren entstanden. Chondren sind das Produkt eines kurzzeitigen Prozesses, bei dem Material schnell aufgeheizt wurde und auch schnell wieder abkühlte. Der genaue Entstehungsprozess der Chondren ist unbekannt, hier gibt es mehrere verschiedene Theorien. Chondren bestehen überwiegend aus Olivin oder Pyroxen und Glas (sofern sie nicht metamorph überprägt sind). Durch Alteration, Metamorphose, Kollisionen und Impakte können die Chondren unterschiedlich stark überprägt sein. Einige Chondrite enthalten Calcium-Aluminium-reiche Einschlüsse (CAI's), die als die frühesten aus dem solaren Nebel kondensierten Objekte gelten.

Eine besondere Gruppe stellen kohlige Chondrite dar, die sich durch relativ hohe Gehalte an Kohlenstoff auszeichnen. Die Werte liegen zwischen etwa 0,1 % und können bis über 5 % reichen. Kohlige Chondrite weisen meist Mg/Si-Verhältnisse über 1,05 auf, nahe dem solaren Wert. Die sehr kohlenstoffreichen Vertreter (CI1 und ungruppierte wie Tagish Lake) stellen das primitivste, undifferenzierteste bekannte Material aus dem Sonnensystem dar, das uns vorliegt. Die Sauerstoff-Isotopen-Daten der kohligen Chondrite liegen unter der terrestrischen Fraktionierungslinie im delta17O/delta18O-Diagramm. Einige kohlige Chondrite enthalten organische Verbindungen (z.B. Aminosäuren). Sie spielen eine bedeutende Rolle in der Diskusion um die Entstehung des Lebens auf der Erde.
Der organische Kohlenstoff liegt überwiegend in Form von unlöslichem, makromolekularem Material (Kerogen) vor. Es wird weitgehend aus aromatischen Ringen aufgebaut, die durch aromatische Ketten, Ester, Ether, Sulfid und andere funktionale Gruppen verbunden werden. Daneben gibt es bis 30 % Anteil durch Lösungsmittel extrahierbare Komponenten, bei denen es sich um aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe, Aminosäuren und andere Substanzen handelt. Es findet sich vor allem in CI- und CM-Meteoriten, in höher metamorphen Klassen wie CK fehlt es (siehe Elsila et al., 2005, u.a.).

Herkunftsort einiger Kohliger Chondrite dürften Asteroiden vom C-Typ sein. Diese Asteroiden weisen eine dunkle Oberfläche mit sehr niedrigem Albedo auf, sind wahrscheinlich sehr kohlenstoffreich und bewegen sich im äußeren Bereich des Asteroidengürtels. Auch D- oder T-Typ-Asteroiden mit Silikat- und Kohlenstoffgehalten kommen zum Teil in Frage.


      Kohlige Chondrite    /    Carbonaceous Chondrites: Vigarano- und Karoonda-Gruppe
      und verwandte ungruppierte Meteorite



Vigarano-Gruppe
Die Vigarano-Gruppe wurde nach dem Fall von 1910 bei Vigarano in Italien benannt, der bekannteste Vertreter ist jedoch der Meteorit Allende, der 1969 in Mexico fiel. Charakteristisch für diesen Typ sind große Chondren und großen refraktäre Einschlüsse (CAI's) in einer dunklen Matrix, die etwa 40 Vol.-% ausmacht. Die Chondren bestehen überwiegend aus Forsterit. Die meisten CV-Chondrite gehören zum petrologischen Typ 3. Sie werden weiter unterteilt in drei Subgruppen, zwei oxidierte und eine reduzierte. Die Subgruppe CV3oxA, zu der auch Allende gehört, enthält als Alterationsprodukt in den Chondren neben Fe-reichem Forsterit und Pyroxen auch Nephelin, Sodalit, Wollastonit, Andradit, Grossular und Kirschsteinit.


    Allende.  Kohliger Chondrit, CV3.2 oxA.

Meteorit Allende.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.2 oxA.

Fall 8. Februar 1969. Chihuahua, Mexico. TKW ca. 2000 kg.

Der Meteorit enthält kleine Chondren und einige weiße refraktäre Einschlüsse (CAI's). Die CAI's werden als das älteste feste Material unseres Sonnensystems betrachtet, für sie wurde ein Alter von etwa 4,568 Milliarden Jahren ermittelt. Die Chondren sind etwas jünger und weisen ein Alter um 4,560 Milliarden Jahren auf.


Allende. Vollscheibe. Größe 28 x 20 mm, Gewicht 2,27 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 1934.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 1934.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund 2003. Nordwest-Afrika. TKW 8 kg.

Das Exemplar von NWA 1934 weist einen großen CAI auf. Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W3. In Material von NWA 1934 wurde das neue Mineral Krotit, CaAl2O4, als Bestandteil von einem CAI entdeckt. Als weitere Minerale fanden sich Gehlenit, Perovskit, Hercynit, Chlormayenit, Grossit, Hibonit und Spinell.


NWA 1934. Endstück. Größe 26 x 8 mm, Gewicht 3,22 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4502.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 4502.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund 2005. Algerien. TKW > 100 kg.

NWA 4502 zeigt gut ausgebildete Chondren, sowie Chondren-Fragmente und CAIs in einer etwas verwitterten Matrix. Die Matrix besteht aus Olivin (Fa48-54), Sulfiden, Magnetit, winzigen Nephelin-Kristallen und Pyroxen. Die Scheibe hier weist eine 11 mm großen CAI auf.


NWA 4502. Vollscheibe. Größe 28 x 18 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4759.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 4759.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund 2007. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 721 g.

Der Meteorit enthält große Chondren und weiße refraktäre Einschlüsse (CAI's). NWA 4759 zeigt ein Schockstadium S1 und einen Verwitterungsgrad W2.



NWA 4759. Vollscheibe. Größe 52 x 36 mm, Gewicht 8,0 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 3118.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 3118.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund 2003. Marokko. TKW 5895 g.

Der Meteorit enthält Olivin variabler Zusammensetzung, Pyroxene, Sulfide und untergeordnet einige Alterationsprodukte. Die Chondren sind meist klein. Verschiedene Typen refraktärer Einschlüsse (CAI's) sind vorhanden. Das Stück hier weist einen ungewöhnlich großen, 12 mm im Durchmesser messenden Einschluss auf.


NWA 3118. Endstück. Größe 22 x 19 mm, Gewicht 4,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5930.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 5930.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund 2009. Sahara, Nordwest-Afrika. TKW 525 g.

Für NWA 5930 wird ein Schockstadium S1 und ein Verwitterungsgrad W3-4 angegeben.


NWA 5930. Endstück. Größe 54 x 40 mm, Gewicht 13,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5932.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 5932.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund 2009. Sahara, Nordwest-Afrika. TKW 861 g.

Der Meteorit enthält zahlreiche Chondren und weiße refraktäre Einschlüsse (CAI's).


NWA 5932. Vollscheibe. Größe 78 x 47 mm, Gewicht 25,0 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5943.  Kohliger Chondrit, CV3.



Meteorit NWA 5943 (Vollscheibe).
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund August 2009. Tinedjad, Marokko. TKW 228,9 g.

Der Meteorit enthält zahlreiche große, weiße refraktäre Einschlüsse (CAI's), die zum Teil zonar aufgebaut sind.
Der Olivin in der Matrix weist eine intermediäre Zusammensetzung zwischen Fayalit und Forsterit (Fa 49.5 +/-3.4) auf.


NWA 5943. Vollscheibe. Größe 32 x 21 mm, Gewicht 3,43 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.

Vorder- und Rückseite der Scheibe.



    NWA 6619.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 6619.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund Januar 2011. Sahara, Nordwest-Afrika. TKW 3,367 kg.

Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W2.


NWA 6619. Vollscheibe. Größe 48 x 31 mm, Gewicht 10,7 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 8722.  Kohliger Chondrit, CV3.

Meteorit NWA 8722.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund 2006. Marokko. TKW 8,1 kg.

Der Meteorit enthält etwa 40 % Chondren, 8 % weiße, refraktäre Einschlüsse (CAI's), 2 % verschiedene Gesteinsklasten und 50 % feinkörnige Matrix. Die Gesteinsklasten sind entweder dunkel oder weisen eine CO-Chondrit-artige Textur auf.


NWA 8722. Vollscheibe. Größe 206 x 160 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.

Detail aus obiger Scheibe mit CAI's, z.T. zonierten Chondren und Gesteinsklasten. Bildbreite 75 mm.

 
Detail aus obiger Scheibe. Bildbreite 100 mm.





    NWA xxx.  Kohliger Chondrit, CV3.



Meteorit NWA xxx.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund/Kauf 2009. Marokko. TKW 362 g.

Der Meteorit enthält große, weiße refraktäre Einschlüsse (CAI's).


NWA xxx. Vollscheibe. Größe 39 x 35 mm, Gewicht 8,1 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.

Vorder- und Rückseite der Scheibe.



    NWA xxx.  Kohliger Chondrit, CV3.



Meteorit NWA xxx.
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3.

Fund April 2009. Sahara, Nordwest-Afrika.

Der Meteorit enthält große, weiße refraktäre Einschlüsse (CAI's) und Chondren in einer dunklen Matrix.


NWA xxx. Vollscheibe. Größe 27 x 21 mm, Gewicht 3,881 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.

Unten:
Ausschnitt mit einem refraktären Einschluss (CAI).
Bildbreite 12 mm.



    NWA 1465.  Kohliger Chondrit, CV3 anomal.


NWA 1465. Vollscheibe. Größe 24 x 12 mm, Gewicht 3 g. Sammlung und Foto Thomas
Witzke.
Meteorit NWA 1465 (Vollscheibe).
Kohliger Chondrit, Vigarano-Gruppe, CV3-anomal.

Fund 2001. West-Sahara, Nordwest-Afrika. TKW 3 kg.

Bei dem Meteoriten handelt es sich um einen kohligen Chondriten vom Typ 3. Er enthält Chondren, refraktäre Einschlüsse sowie dunkle Einschlüsse. De Olivin in den Chondren ist ein Forsterit mit einem mitteleren Gehalt an Fayalit von 5,5 % (Bereich Fa0,4-41,9). Der Pyroxen hat ist Fe-arm (Fs0,8-5,5). In einigen Chondren ist Anorthit (An83,5) und Glas vorhanden. Die Matrix enthält Olivin (Fa43-57,6), Ca-reichen Pyroxen, Enstatit, Troilit, FeNi-Metall und Magnetit. Während die Mineralogie und die Zusammensetzung den CV3-Chondriten entsprechen, stehen die Sauerstoff-Isotopendaten in Übereinstimmung mit den Daten der CR-Chondrite. Schockstadium S4, Verwitterungsgrad S3.




Karoonda-Gruppe
Meteoriten der Karoonda-Gruppe (CK) enthalten Chondren bis einige mm Größe und kleine CAI's in einer dunklen Matrix aus Olivin, Pyroxen und Magnetit.
Nach neuen Untersuchungen stammen CV und CK Meteoriten von einem Mutterkörper und können zu einer Gruppe zusammen gefasst werden.


    Dar al Gani 431.  Kohliger Chondrit, CK3 anomal.

Meteorit Dar al Gani 431.
Kohliger Chondrit, Karoonda-Gruppe, CK3 anomal.

Fund März 1998. Dar al Gani, Al-Jufrah, Libyen (27°18.77'N, 16°13.92'E). TKW 353 g.

Der Meteorit enthält Chondren und CAI's in einer groben Matrix. Der Olivin in den Chondren ist zoniert (Forsterit, Fa0.4 - 36). Die CAI's enthalten Spinell, Anorthit und Diopsid - Augit. Der Olivin in der Matrix ist homogen (Forsterit, Fa33.8), daneben sind Magnetit, Plagioklas und Pyroxen vorhanden. Metallisches Eisen fehlt.


Dar al Gani 431. Teilscheibe. Größe 17 x 14 mm, Gewicht 0,57 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Karoonda.  Kohliger Chondrit, CK4.

Meteorit Karoonda.
Kohliger Chondrit, Karoonda-Gruppe, CK4.

Fall 25. November 1930. Karoonda, South-Australia, Australien. TKW 41,73 kg.

Der Meteorit enthält reichlich Chondren aus Forsterit (Fa etwa 32 - 34) von 0,5 - 3 mm Durchmesser in einer feinkörnigen, dunklen Matrix. Untergeordnet sind Plagioklas, Pigeonit, Magnetit, Pentlandit und einige Akzessorien vorhanden. Metallisches Eisen fehlt.


Karoonda. Fragment. Größe 4 mm, Gewicht 0,054 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4679.  Kohliger Chondrit, CK4.

Meteorit NWA 4679 (Teilscheibe).
Kohliger Chondrit, Karoonda-Gruppe, CK4.

Fund 2007. Nordwest-Afrika. TKW 735 g.

Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W3.


NWA 4679. Teilscheibe. Größe 44 x 33 mm, Gewicht 4,1 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4800.  Kohliger Chondrit, CK5 (CK4 ?).

Meteorit NWA 4800.
Kohliger Chondrit, Karoonda-Gruppe, CK5 (CK4 ?).

Fund 2007. Nordwest-Afrika. TKW 152 g.


NWA 4800. Teilscheibe. Größe 22 x 12 mm, Gewicht 1,108 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6009.  Kohliger Chondrit, CK5.

Meteorit NWA 6009.
Kohliger Chondrit, Karoonda-Gruppe, CK5.

Fund Dezember 2009. Nordwest-Afrika. TKW 75 g.


NWA 6009. Teilscheibe. Größe 27 x 16 mm, Gewicht 3,121 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6155.  Kohliger Chondrit, CK5.

Meteorit NWA 6155.
Kohliger Chondrit, Karoonda-Gruppe, CK5.

Fund Dezember 2010. Nordwest-Afrika. TKW 53 g.

Der Meteorit enthält Olivin (Forsterit, Fa30.9-31.2) und Pyroxen (Fs25.1-25.4Wo0.8). Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W0.


NWA 6155. Vollscheibe. Größe 21 x 16 mm, Gewicht 1,52 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 8670.  Kohliger Chondrit, CK6.

Meteorit NWA 8670 (Vollscheibe).
Kohliger Chondrit, Karoonda-Gruppe, CK6.

Fund 2014. Nahe Fluss Sakia Hamra, bei Smara, Western Sahara (Süd-Marokko). TKW 53 g.

NWA 8670 ist stark rekristallisietrt, es sind nur wenige Chondren erkennbar. Der Meteorit enthält Olivin (Forsterit, Fa34.1-34.8), Pyroxen (Fs9.3-10.3 Wo48.0-47.1), intermediären Plagioklas und Cr.haltigen Magnetit. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad niedrig.


NWA 8670. Vollscheibe. Größe 35 x 19 mm, Gewicht 3,34 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



C2 ungruppiert - NWA 6697
Einige kohlige Chondrite lassen sich bisher keiner Gruppe zuordnen. Sie würden eigene Gruppen bilden, jedoch sind jeweils noch nicht genügend Vertreter bekannt, um formal eine neue Gruppe zu begründen. Die Unterschiede zu den bestehenden Gruppen machen es wahrscheinlich, dass sie auch von anderen Mutterkörpern stammen.
NWA 6697 ist ein Beispiel dafür. Der Meteorit weist deutliche Unterschiede zu allen bestehenden Gruppen auf.


    NWA 6697.  Kohliger Chondrit, C2 ungruppiert.

Meteorit NWA 6697 (Fragment).
Kohliger Chondrit, ungruppiert C2

Fund 2010. Mauritanien. TKW 67,1 g.

NWA 6697 ist durch wässrige Lösungen alteriert und weist etwa 35 Vol.-% Phyllosilikat-reiche Matrix auf. Opakes Material in der Matrix besteht hauptsächlich aus Eisensulfid und Magnetit. Die Chondren sind etwa 800 µm groß und weisen oft einen etwa 50 µm starken Rand aus Phyllosilikaten auf. In den Chondren finden sich spärlich kleine Fe-Ni-Metall-Körner. Die Sauerstoffisotopendaten fallen in das Feld der CV-Gruppe, jedoch stimmt die Petrologie nicht damit überein. Es bestehen auch deutliche Unterschiede zu CM2-Meteoriten oder ungruppierten C2-Vertretern wie Tagish Lake. Es lässt sich auch keine enge Beziehung zur CR-Gruppe herstellen.


NWA 6697. Fragment. Größe 7 x 3 mm. Gewicht 0,08 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



C3 ungruppiert mit Beziehungen zu CV/CK - Ningquiang
Der Meteorit Ningquiang wurde zunächst als anomaler CV klassifiziert, dann als anomaler CK, und wird heute als ungruppierter C3-Chondrit (C3.3) eingestuft. Ningquiang könnte bei weiteren ähnlichen Funden eine eigene Gruppe im CK-CV-Clan begründen.


    Ningquiang.  Kohliger Chondrit, C3 ungruppiert.

Meteorit Ningquiang.
Kohliger Chondrit, ungruppiert C3 mit Beziehungen zu CV und CK

Fall 25. Juni 1983. Ningquiang, Shanxi, China (32°55'30'N., 105°54'24"E). TKW 4,61 kg.

Ningquiang ähnelt in der Textur den CV-Chondriten, er enthält zahlreiche gut ausgebildete Chondren, jedoch im Gegensatz zu den CV-Chondriten nur sehr wenig CAI's (ca. 1 %). Weiterhin sind unregelmäßig geformte mafische Einschlüsse vorhanden, die im Wesentlichen aus Olivin und Pyroxen bestehen. Der Gesammtchemismus ähnelt den CK-Chondriten. Der Chondrenanteil ist jedoch erheblich höher als bei diesen.


Ningquiang. Fragment. Größe 2 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



C3 - C4 ungruppiert mit Beziehungen zu CV/CK - Coolidge-Loongana grouplet
Zu dem Coolodge-Loongana grouplet gehören die Meteoriten Coolidge, Loongana 001, sehr wahrscheinlich Sahara 00182, HaH 073 und vielleicht NWA 779 und Sahara 00177. Das Material stammt sehr wahrscheinlich nicht vom CV-CK-Mutterkörper.


    Sahara 00182.  Kohliger Chondrit, C3 ungruppiert, Coolidge-Loongana-Grouplet.


Sahara 00182. Teilscheibe. Größe 10 x 7 mm. Gewicht 0,23 g. Sammlung und Foto
Thomas Witzke.
Meteorit Sahara 00182.
Kohliger Chondrit, ungruppiert C3 mit Beziehungen zu CR und CV

Fund 2000. Sahara. TKW 70 g.

Sahara 00182 weist konzentrische Chondren ähnlich denen aus CR-Chondriten auf. Der Kern besteht aus Mg-reichen Silikaten (z.T. mit Metall), die aus einer Schmelze erstarrt sind, umgeben von Metall-Tröpfchen. Darüber findet sich eine Lage aus Olivin und/oder Pyroxen, die auf Metamorphose oder Schmelzprozesse durch ein kurzzeitiges Hitzeereignis hinweist. Die Zuammensetzung der Chondren und des Ni-Fe-Metalls (4.7 - 6.6 % Ni) sowie der geringe Anteil an CAI's ist vergleichbar den CR-Chondriten. Die Matrix weist jedoch keine Phyllosilikate auf. Nach den Sauerstoff-Isotopendaten (delta18O=-0.19, delta17O=-3.89 Promille) liegt er jedoch im CV-Feld und in der Nähe der CO-Chondrite. Der Anteil der CAI's liegt mit 1,1 % jedoch weit unter dem der CV-Chondrite, ebenso unterscheidet sich das Verhältnis von Chondren zu Matrix deutlich, Sahara 00182 enthält sehr viel mehr Chondren (64.9 %) als die CV-Chondrite (33 - 52 %). Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W2.



    Coolidge.  Kohliger Chondrit, C4 ungruppiert, Coolidge-Loongana-Grouplet.

Meteorit Coolidge (Teilscheibe).
Kohliger Chondrit, ungruppiert C4 mit Beziehungen zu CR und CV

Fund 1937. Hamilton County, Kansas, USA. TKW 4,5 kg.

Coolidge weist Ähnlichkeiten zu CV3- und CK4-Meteoriten auf. Die Matrix ist jedoch deutlich Na-ärmer, sie besteht hauptsächlich aus Olivin. Plagioklas fehlt hier im Gegensatz zu den CK-Meteoriten. Weitere Bestandteile sind Ca-armer, zonierter Pyroxen, Kamacit und Taenit. Das Material wurde thermisch metamorphisiert bei kurzzeitigen Temperaturen bis etwa 900°C (Noguchi, 1994).


Coolidge. Teilscheibe. Größe 4 x 2,5 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.




Literatur siehe Hauptseite Meteorite
Weitere verwendete Literatur:
allgemein: Elsila, J.E. et al. (2005) Geochimica et Cosmochimica Acta 69, 1349-1357
Hewins, R.H. et al. (2014): The Paris meteorite, the least altered CM chondrite so far.- Geochimica et Cosmochimica Acta 124, 190-222
Martins, Z. et al. (2013): The soluble organic content of the Paris meteorite - The most primitive CM chondrite.- 76th Annual Meteoritical Society Meeting, 5515.pdf
Noguchi, T. (1994): Petrology and mineralogy of the Coolidge meteorite (CV4).- Proc. NIPR Symp. Antarct. Meteorites 7, 42-72
Ivuna: Ehrenfreund et al. (2001) PNAS 98, 2138-2141
NWA 1465: Greshake, A. et al. (20031) Lunar and Planetary Science 34, 1560
Tagish Lake: Keller & Flynn (2001) Lunar and Planetary Science XXXII, 1639; Hiroi et al. (2003) Lunar and Planetary Science XXXIV, 1425
Bells: Brearley, A.J. (1989) Meteoritics 24, 255
Mighei: Vdovykin, G.P. (1973) Space Science Reviews 14, 832-879; Zega, T.J. et al. (2004) Earth and Planetary Science Letters 223, 141-146; Garvie, L.A.J. & Buseck, P.R. (2004) Earth and Planetary Science Letters 224, 431-439
Dhofar 735: Ivanova, M.A. et al. (2003): Aqueous alteration and heating events of anomalous CM chondrites.- 66th Annual Meeting Meteoritical Society, Meteoritics and Planetary Science 38 (Supplement), A28; Ivanova, M.A. et al. (2010): Dhofar 225 and Dhofar 735: Relationship to CM2 chondrites and metamorphosed carbonaceous chondrites, Belgica-7904 and Yamato-86720.- Meteoritics & Planetary Science 45, 1108-1123

Allende: Carlson & Tera (1998) Origin of the Earth and Moon Conference, 4066; Amelin et al. (2002) Lunar and Planetary Science XXXIII, 1151
Gujba: Weisberg et al. (2002) Lunar and Planetary Science XXXIII, 1551; Rubin et al. (2001) Lunar and Planetary Science XXXII, 1779
Bencubbinite: Weisberg, M.K. et al. (2001) A new metal-rich chondrite grouplet.- Meteoritics & Planetary Science 36, 3, 401-418
NWA 3100: Bunch et al. (2008) Lunar and Planetary Science XXXIX, 1991
Sahara 00182: Smith et al. (2004) Meteoritics & Planetary Science 12, 2009-2032; Weisberg, M.K. (2001) 64th Annual Meteoritical Society Meeting, 5446.pdf
Ningquiang: Koeberl et al. (1987) Lunar and Planetary Science 18, 499; Rubin et al. (1988) Meteoritics 23, 13-23
NWA 5958: Bunch, T.E. et al. (2011): Petrology and extreme oxygen isotopic composition of type 3.00 carbonaceous chondrite Northwest Africa 5958: A unique, primitive, 16O-rich early solar system sample.- 42nd Lunar and Planetary Science Conference, 2343.pdf; Ash, R.D. et al. (2011): The trace element chemistry of Northwest Africa 5958, a curios primitive carbonaceous chondrite.- 42nd Lunar and Planetary Science Conference, 2325.pdf


© Thomas Witzke / Stollentroll


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