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      Meteorite: Chondrite    /    Meteorites: Chondrites


                   Fotos und Klassifikation : Gewöhnliche Chondrite LL


CHONDRITE
C Chondrite CI, CM, CO
C Chondrite CV, CK
C Chondrite CR, CH, CB
Gew. Chondrite  LL
Gew. Chondrite  L / LL
Gew. Chondrite  L
Gew. Chondrite  H / L
Gew. Chondrite  H
Rumuruti Chondrite
Forsterit Chondrite
Enstatit Chondrite
ungruppierte Chondrite   
Chondrite sind eine Gruppe von Meteoriten, die überwiegend aus Silikaten wie Olivin, Pyroxen und Plagioklas bzw. deren Alterationsprodukten bestehen. Sie können bis zu 20 Vol.-% metallische Phasen enthalten. Charakteristisches Merkmal sind kugelige Einschlüsse, die sogenannten Chondren, die bis einige Millimeter ( und selten auch Zentimeter) Größe erreichen können.

Chondrite stellen undifferenzierte Meteorite dar. Sie stammen von Asteroiden, die in den meisten Fällen nicht so stark erhitzt wurden, dass es zu Schmelzprozessen mit anschließender Trennung von Metall- und Silikatphase und Ausbildung von einem metallischen Kern und einem silikatischen Mantel in dem Körper kam. Diese Meteorite repräsentieren deshalb primitives Material aus der frühen Phase unseres Sonnensystems aus der Zeit vor ungefähr 4,56 Milliarden Jahren. Chondrite sind durch Aggregation von Chondren entstanden. Chondren sind das Produkt eines kurzzeitigen Prozesses, bei dem Material schnell aufgeheizt wurde und auch schnell wieder abkühlte. Der genaue Entstehungsprozess der Chondren ist noch unbekannt, hier gibt es mehrere verschiedene Theorien. Chondren bestehen überwiegend aus Olivin oder Pyroxen und Glas, sofern sie nicht metamorph verändert sind. Durch Alteration, Metamorphose, Kollisionen und Impakte können die Chondren unterschiedlich stark überprägt sein. Einige Chondrite enthalten Calcium-Aluminium-reiche Einschlüsse (CAI's), die als die frühesten aus dem solaren Nebel kondensierten Objekte gelten.
Die Chondrite werden in verschiedene Klassen unterteilt (siehe Klassifikation unten), die sich nach ihrer Entstehungsgeschichte (z.B. Entfernung von der Sonne) und Mutterkörper unterscheiden.

Gewöhnliche Chondrite weisen ein sub-solares Mg/Si-Verhältnis auf und ihr Sauerstoffisotopen-Verhältnis liegt über der terrestrischen Fraktionierungslinie. Charakteristisch ist ein hoher Anteil an Chondren in einer feinkörnigen Matrix.
Gewöhnliche Chondrite stellen die häufigsten Meteorite dar.



Gewöhnliche Chondrite, LL-Gruppe (low iron, low metal)
Die LL-Chondrite weisen einen niedrigen Eisen- und niedrigen Metallgehalt auf. Der Gesamteisengehalt liegt zwischen 19 und 22 %. Als Ni-Fe-Metall liegen dabei nur 1 - 3 % vor. Typische Minerale sind Mg-reicher Pyroxen (Enstatit) und Mg-reicher Olivin (Forsterit). Der Eisengehalt im Olivin ist höher als in L- oder H-Chondriten, was für stärker oxidierende Bildungsbedingungen spricht.
Der Mutterkörper der LL-Chondrite ist gegenwärtig noch nicht bekannt. Durch reflektanzspektroskopische Untersuchungen von der Erde aus zeigte sich, dass der Asteroid 3628 Boznemcová den LL-Chondriten entspricht. Mit 7 km Durchmesser ist jedoch erheblich zu klein, möglicherweise ist er jedoch ein Fragment des ursprünglichen Mutterkörpers. Infrarot-spektroskopische Messungen durch die Sonde Hayabusa an dem nur maximal 535 m großen Asteroiden 25143 Itokawa, der kein kompakter Körper, sondern eher ein "rubble pile" ist, zeigten eine Übereinstimmung mit LL5- bis LL6-Chondriten (Hiroi et al., 2007).


    NWA 5206.  Gewöhnlicher Chondrit, LL3.05.

Meteorit NWA 5206.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe, LL3.05.

Fund Oktober 2007. Nordwest-Afrika. TKW 1564 g.

Der sehr niedrig metamorphe Chondrit enthält Forsterit (Fa 8.5-36.6) und Enstatit (Fs 0.02 - 28.7). Es ist nur sehr wenig Ni-Fe-Metall vorhanden. Das Schockstadium liegt bei S2 und der Verwitterungsgrad bei W2.


NWA 5206. Teilscheibe. Größe 46 x 32 mm, Gewicht 7,65 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5205.  Gewöhnlicher Chondrit, LL3.2.

Meteorit NWA 5205.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe, LL3.2.

Fund 2006 (Oktober 2007 ?). Nordwest-Afrika. TKW 4 kg.

Der Meteorit besteht aus dicht gepackten, zum Teil deformierten Chondren, eine Matrix ist fast nicht vorhanden. Das Schockstadium liegt bei S2-3 und der Verwitterungsgrad bei W3.


NWA 5205. Vollscheibe. Größe 46 x 39 mm, Gewicht 12,51 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 4522.  Gewöhnlicher Chondrit, LL3.5.

Meteorit NWA 4522.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3.5.

Fund 2006. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 949 g.

Der Meteorit enthält Forsterit (Fa 27.6) und Enstatit (Fs 23.5); er weist Schockstadium S2 und Verwitterungsgrad W4 auf. Die Chondren zeigen sehr unterschiedliche Durchmesser, an einigen sind Anzeichen für eine Alteration durch Wasser auf dem Mutterkörper zu erkennen.


NWA 4522. Vollscheibe. Größe 50 x 33 mm, Gewicht 5,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5437.  Gewöhnlicher Chondrit, LL3.5.

Meteorit NWA 5437 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3.5.

Fund 2008. Nordwest-Afrika (Marokko oder Algerien). TKW 4911 g.

Der Meteorit enthält sehr unterschiedliche Chondren und chondritische Klasten. Schockstadium S1, Verwitterungsgrad W3.


NWA 5437. Vollscheibe. Größe 69 x 55 mm, Gewicht 22,8 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 3161.  Gewöhnlicher Chondrit, LL3.7.

Meteorit NWA 3161.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3.7.

Fund 2005. Marokko oder Algerien. TKW 1815 g.

Das Material weist eine recht große Variationsbreite in der Lithologie auf. Die Forsterit-Zusammensetzung schwankt zwischen Fa0 - 35, die Enstatit-Zusammensetzung zwischen Fs 1 - 22. Die Sauerstoff-Isotopendaten entsprechen denen von LL-Chondriten, der Metall-Gehalt ist jedoch für diese Gruppe ungewöhnlich gering. In der Meteoritical Bulletin Database wird er deshalb als Gewöhnlicher Chondrit, Typ 3, unklassifiziert, geführt. Schockstadium 1, Verwitterungsgrad W1.


NWA 3161. Vollscheibe. Größe 39 x 38 mm, Gewicht 14 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5931.  Gewöhnlicher Chondrit, LL3-6.

Meteorit NWA 5931.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL3-6.

Fund April 2009. Nordwest-Afrika. TKW 3370 g.

Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1.


NWA 5931. Teilscheibe. Größe 67 x 59 mm, Gewicht 31,6 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Barntrup.  Gewöhnlicher Chondrit, LL4.


Barntrup. Fragment, Größe 1,5 mm, Gewicht 0,001 g. Ex Sammlung Matthias Kurz,
ex Sammlung Peter Jäger. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Meteorit Barntrup.
Gewöhnlicher Chondrit, LL4.

Fall 28.05.1886. Östlicher Rand vom Waldgebiet Krähenholz, in der Nähe der Straße nach Alvensleben, Barntrup, NE von Detmold, Nordrhein-Westfalen (ungefähre Position 52.01675°N, 9.12826°E). TKW 17,3 g.

Am 28.05.1886 fiel am Nachmittag um 14.30 Uhr nördlich von Barntrup, am Rande des Krähenholzes, wo es am dichtesten an die Straße nach Alverdissen grenzt, ein Meteorit. L. HÄPKE (1889) gibt zu dem Fall einen Bericht von Superintendent E. ZEISS wieder: "Der Bürger und Ackerwirt Georg Schröder von hier ging vom nahen Steinbruch in das Holz, um sich Wasser zu holen. Dabei hörte er in der Luft zuerst ein mehrmaliges Knallen, wie von einzelnen Schüssen, darauf ein donenrartiges Getöse, das ihm Angst machte. Unmittelbar darauf fiel der Stein von den Buchen, auf deren Aesten er mehrfach aufschlug, zu Boden. Erst nach einiger Zeit entschloss sich Schröder, ihn auf- und mitzunehmen; heiss war er nicht mehr."
HÄPKE konnte den Stein kurz nach dem Fall untersuchen. Er schreibt, dass es sich bei dem walnussgroßen Exemplar nicht um ein Bruchstück, sondern um einen kompletten Stein handelt. Er ist mit einer ziemlich dicken schwarzen Rinde überzogen, die an einigen Stellen beim Fallen abgesprengt wurde. Das Exemplar weist grob die Form einer abgestumpften Pyramide auf und wiegt 17,3 Gramm bei einer Dichte von 3,49. Das Innere zeigt eine lichtgraue, körnige Struktur und einige gelbliche Kristalle, die HÄPKE für Schreibersit oder Troilit hält. Er ordnet den Meteoriten in die Klasse der Chondrite ein.

Der Stein wurde in zwei Teile zerschnitten, von denen das größere von 9,5 Gramm in das Museum von Detmold gelangte und das kleinere von 6,3 Gramm an das Mineralienkabinett in Wien vertauscht wurde. Der Meteorit enthält ca. 92 % Silikatphase aus Olivin (Forsterit, Fa28,1), Clinopyroxen (Fs23,7), Orthopyroxen, Plagioklas (Albit, Ab82Or5An13) und Glas. Weiterhin sind Troilit und Taenit (25-33% Ni) vorhanden. Der Meteorit Barntrup wurde als LL4 eingestuft (BARTOSCHEWITZ, 1990).




    NWA 5678.  Gewöhnlicher Chondrit, LL4-6.

Meteorit NWA 5678.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL4-6.

Fund 2008. Nordwest-Afrika. TKW 517 g.

NWA 5678 ist ein stark brekziierter Meteorit. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W1.


NWA 5678. Vollscheibe. Größe 38 x 30 mm, Gewicht 7,4 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Chelyabinsk.  Gewöhnlicher Chondrit, LL5.

Meteorit Chelyabinsk.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL5.

Fall 15. Februar 2013. Region südlich Chelyabinsk, Ural, Russland. TKW > 800 kg.

Am 15. Februar 2013 kam es um 9.20 Uhr lokaler Zeit bei Chelyabinsk zu einem spektakulären Meteoritenfall. Ein etwa 17-19 Meter großer und 11000-13000 Tonnen schwerer Asteroid trat im flachen Winkel mit etwa 19 km/s in die Erdatmosphäre ein. Der Feuerball begann sich in 97 km Höhe zu entwickeln und wurde durch zahlreiche Augenzeugen und Kameras dokumentiert. Die durch das Abbremsen wirkenden Kräfte führten zur Fragmentierung und Explosion. Durch die Druckwellen kam es zu Schäden an zahlreichen Fenstern und einigen Gebäuden, Verletzte gab es hauptsächlich durch herumfliegende Glassplitter. Die Explosion des Boliden in der Atmosphäre entsprach nach unterschiedlichen Angaben einem Energieäquivalent von etwa 90 bis 500 Kilotonnen TNT. Nach Schätzungen könnten etwa 4 - 6 Tonnen als Meteorit die Erdoberfläche erreicht haben. Das sind lediglich 0.03 - 0.05 % der ursprünglichen Masse. Etwa 76 % sind verdampft, der Rest wurde in Staub umgewandelt. Aus den zahlreichen Beobachtungen ließ sich die ursprüngliche Bahn des Asteroiden berechnen. Der Orbit ist dem 2 km großen Asteroiden 86039 (1999NC43) so ähnlich, dass man davon ausgehen kann, dass beide Teile eines Objektes gewesen sind (Popova et al., 2013; Borovička et al., 2013; www.meteorite-recon.com). Das Streufeld mit Tausenden von Steinen erstreckt sich von Emanzhelinka über Deputatskiy bis zum Chebarkul-See, aus dem die Hauptmasse von ca. 600 kg geborgen werden konnte.

Der Meteorit von Chelyabisk weist zwei Lithologien auf. Der Hauptanteil (ca. 2/3) zeigt eine helle Lithologie mit typischer chondritischer Textur. Hauptminerale sind Olivin (Forsterit, Fa27.9) und Orthopyroxen (Enstatit, Fs22.8Wo1.3), untergeordnet kommen Augit, Albit, Troilit und Fe-Ni-Metall vor sowie einige Akzessorien. Es sind z.T. noch deutlich erkennbare Chondren vorhanden. Häufig wird das Material von mm-dünnen Schockadern durchzogen. Bei der zweiten Lithologie handelt es sich um eine durch Schock dunkel gewordene Klasten in einer mm- bis cm-starken, feinkörnigen, dunklen Impaktschmelze mit Mineral- und Chondrenfragmenten, Sulfid und etwas Metall. Die Impaktschmelze weist keine Hochdruck-Minerale auf. Das Impaktschmelz-Material ist bei Temperaturen von 1000 - 1100°C entstanden. Sulfid- und Metalltexturen weisen auf eutektisches Schmelzen und sehr rasches Abkühlen von etwa 1000°C/sec hin (Popova et al., 2013; Jones et al., 2013). Es gibt Exemplare, die beide Lithologien zeigen.

Der Chelyabinsk-Mutterkörper weist ein signifikantes thermisches Ereignis mit einem Reset der Altersdaten bei 115 Millionen Jahren nach Entstehung des Sonnensystems auf, für das es aus anderen LL-Chondriten bisher kaum Belege gibt. Eine Altersbestimmung ergab 4.452 +/- 21 Milliarden Jahre, was deutlich unter den Altersdaten anderer LL-Chondrite liegt. Nach der hohen Abkühlungsrate stammt das Impaktschmelz-Material entweder aus dem unmittelbaren Oberflächenbereich des Mutterkörpers (wobei das LL5-Gestein dann vorher an die Oberfläche gelangt sein muss, nach Zerbrechen des ursprünglichen Mutterkörpers und Akkretion zu einem neuen Körper), oder dass es durch den Impakt aus beträchtlicher Tiefe freigelegt wurde (Popova et al., 2013; Jones et al., 2013).



Chelyabinsk. Vollscheibe. Größe 88 x 72 mm. Region südlich Chelyabinsk. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die Scheibe zeigt die chondritische Lithologie. Das Exemplar wird von zahlreichen Schockschmelzadern durchzogen. Auch eine Troilit-Ader durchzieh die Scheibe, etwa vom unteren Rand in der Mitte schräg nach rechts oben mit einem kleinen Versatz an einer größeren Schockschmelzader.
                                                                            


Chelyabinsk. Ausschnitt aus der Vollscheibe, Bildbreite 28 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die oben gezeigte Vollscheibe weist einige interessante Details auf, so z.B. eine deutlich ausgebildete Chondre, die von einer Schmelzader durchschlagen wird.



Chelyabinsk. Ausschnitt aus der Vollscheibe, Bildbreite 40 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Ein weiterer Ausschnitt aus der oben gezeigten Vollscheibe, hier mit einer Troilit-Ader. Die Ader zieht sich vom oberen Bildrand etwas rechts der Mitte schräg zum unteren Bildrand etwas links der Mitte, mit nur minimalen Unterbrechungen oder Versatz durch die Schockadern. Die Troilit-Ader ist auf dem Foto nur schwer von einer Schockader zu unterscheiden, im oberen Bildbereich sieht man jedoch, dass sie etwas heller als die Schockadern ist.



Chelyabinsk. Vollscheibe. Größe 56 x 37 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die Scheibe wird von einem System von Schockadern durchzogen, die sich z.T. annähernd rechtwinklig schneiden.



Chelyabinsk. Vollscheibe. Größe 58 x 47 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die Scheibe weist die normale chondritische Lithologie und die schwarze Impaktschmelz-Lithologie auf. In beiden ist Metall eingesprengt.



Chelyabinsk. Vollscheibe. Größe 56 x 35 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die Scheibe zeigt chondritische Klasten in einer schwarzen Impaktschmelz-Matrix.



Chelyabinsk. Vollscheibe. Größe 53 x 36 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die Scheibe zeigt chondritische Klasten in einer schwarzen Impaktschmelz-Matrix.



Chelyabinsk. Vollscheibe. Größe 76 x 46 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Die Scheibe besteht komplett aus der Impaktschmelz-Lithologie. Es sind rundliche, dunklere Klasten sowie hellere Impaktschmelzbereiche erkennbar. Sulfidreiche Partien finden sich besonders an den Rändern von den dunklen Klasten. Vereinzelt ist auch etwas Metall eingesprengt.




Chelyabinsk. Orientiertes Individual. Größe 67 x 53 x 30 mm, Gewicht 111,7 g. Region südlich Chelyabinsk. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Das Exemplar weist dicke, schwarze, poröse Schmelzkruste auf. Es ist Teil eines größeren, offenbar noch im Flug zerbrochenen, orientierten Individuals. Am unteren Rand ist eine dicke, innen hohle Schmelzlippe erkennbar.



Das Individual aus einer anderen Ansicht.



Das Individual aus einer anderen Ansicht. Hier ist die dicke Schmelzlippe sowie die brekziierte Lithologie des Exemplars erkennbar. Weiterhin ist eine Harnischfläche in der oberen Hälfte der Bruchfläche zu sehen.



Chelyabinsk. Individual. Größe 37 x 25 x 23 mm, Gewicht 23,78 g. Fund bei Deputatskoye, 54°50.26'N, 61°06.40'E. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Das orientierte Individual ist komplett mit schwarzer Schmelzkruste überzogen.



Chelyabinsk. Individual. Größe 30 x 24 x 13 mm, Gewicht 15,9 g. Region südlich Chelyabinsk. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Das Exemplar zeigt die chondritische Lithologie. Die schwarzen Bereiche sind Schockadern.



Chelyabinsk. Individual. Größe 19 x 15 x 12 mm, Gewicht 7,296 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Das Exemplar mit frischer, unverwitterter Schmelzkruste wurde innerhalb der ersten 3 Tage nach dem Fall gefunden.



Chelyabinsk. Kleine Individuals. Größe 5 - 10 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Kleine Individuals mit Schmelzkruste.



Chelyabinsk. Kleine Individuals. Größe 2 - 6 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Kleine Individuals mit Schmelzkruste.





    Krähenberg.  Gewöhnlicher Chondrit, LL5.


Krähenberg. Fragment, Größe 4 x 3 mm, Gewicht 0,038 g. Sammlung und Foto
Thomas Witzke.
Meteorit Krähenberg.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL5.

Fall 5. Mai 1869. Krähenberg, Südwestpfalz, Rheinland-Pfalz (49.32831°N, 7.46706°E = 49°19'41,9''N, 07°28'01,4''E). TKW 15,75 kg (oft 16,5 kg angegeben).

BUCHNER berichtet 1869, dass am 5. Mai Abends gegen 18.30 Uhr ein Getöse in der Luft zu vernehmen war und in unmittelbarer Nähe von Krähenberg ein Meteorit von 31½ Pfund etwa 1½ Fuß tief in den Boden einschlug. Der Stein war noch warm als er geborgen wurde. Es handelt sich um einen Chondriten. Georg VOM RATH gibt ebenfalls noch 1869 einen ausführlicheren Bericht. Danach fiel der Stein gegen 18 Uhr. Zwei Knaben, die ihn fallen sahen, eilten sofort hin und gruben ihn aus einem 3 - 4 Fuß tiefen, fast senkrechten Loch aus und brachten den Stein ins Dorf. Der Besitzer des Ackers betrachtete ihn zunächst als einen unheimlichen Gegenstand und verweigerte die Annahme. So verblieb er zunächst im Haus des Schulehrers, bis er nach Speyer gebracht wurde. VOM RATH beschreibt auch ausführlich die Form des Steins und die Struktur der Oberfläche. Das Gewicht des Steins gibt er mit 30 Pfund an, nachdem etwa ein Zehntel abgeschlagen wurde. Für das Nickeleisen fand er eine Zusammensetzung Fe 84,7 und Ni 15,3 %. Die Menge des Nickeleisens in dem Meteoriten betrug 3,5 %. Auch die silikatische Grundmasse wurde analysiert. Ungewöhnlich war ein recht hoher Gehalt an Kalium.

Georg NEUMAYER (1871) berichtet, dass der Fall um 18.32 Uhr stattfand. Eine Lichterscheinung wurde aus größerer Entfernung wahrgenommen, aber nicht am Fallort. Geräusche konnten in einem Umkreis von 10 Meilen wahrgenommen werden. Zunächst war ein Knall zu hören, dann ein Geknatter und Brausen. Der Ton steigerte sich und wurde singend und schrill, "bis die ganze Erscheinung mit einem fürchterlichen Schlage endete". Die Einschlagstelle befand sich in dem südöstlich von Krähenberg in Richtung Ohmbach abfallenden Gelände, auf einer Wiese, 251 Fuß unter dem Wirtshaus. Das Grundstück gehörte der Witwe E. Sparky. Zwei Männer arbeiteten auf dem Feld in unmittelbarer Nähe der Einschlagstelle und ein kleines Mädchen befand sich in nur 5 Schritt Entfernung. Die beiden Männer sprangen zu der Einschlagstelle und gruben, und nach 7 - 8 Minuten hielt Heinrich Lauer, einer der beiden Männer, den noch warmen, aber nicht heißen Stein in den Händen.

Aus den Beobachtungen berechnete NEUMAYER "den Endpunkt der kosmischen Bahn [...] zu 8161 Meter" und eine daran anschließene Fallzeit von 41 Sekunden. Der Stein konnte nur 1½ Fuß tief in den Boden eindringen, da in dieser Tiefe der feste Buntsandstein ansteht. NEUMAYER beschreibt auch ausführlich Form, Oberfläche und Kruste des Steins. Ebenso geht er auf das Innere und auf ein charakteristisches Merkmal, die Chondren, ein und erwähnt auch dunklere Einschlüsse in der hellen Grundmasse. Eine Analyse des Meteoriten lässt sich in eine Zusammensetzung 41,67 % Olivin, 42,17 % Pyroxen, 8,17 % Nickeleisen, 5,91 % Magneteisen und 1,21 % Chromit umrechnen.
BRIEGEL (1988) ergänzt die Fundberichte, basierend auf Chroniken der Verbandsgemeinde Wallhalben. Danach wurde der Stein von Sohn des Schullehrers Philipp Schmitt und den Landwirten Heinrich Fuhrmann und Ludwig Triehm in das Schulhaus geschafft. Nach fünf Tagen machten der Finder und die Eigentümerin des Grundstücks, auf dem der Meteorit niederging, Eigentumsansprüche geltend. Nach einem längeren Rechtsstreit ging der Stein schließlich an das Historische Museum in Speyer gegen eine Entschädigung von 100 Gulden für die Gemeindekasse und ebenfalls 100 Gulden an die Grundstückseigentümerin. Nach NEUMAYER wies der Stein, als er sich in Speyer befand, noch ein Gewicht von 29½ Pfund auf.

In den folgenden Jahren wurden ein Antrag der Deutschen Geologischen Gesellschaft auf Überlassung von 5 - 6 Gramm sowie ein Versuch des Königlich-Bayrischen Staatsministeriums des Inneren, den Meteoriten der Staatlichen Mineralogischen Sammlung in München zu übereignen, vom Landrat der Pfalz verhindert, der Meteorit sollte in seiner Gestalt in Speyer erhalten bleiben. Erst 1899 wurde ein Gramm nach München gegeben sowie 1900 bzw. 1906 einige Gramm nach London und Wien vertauscht. Das Material in München wurde im II. Weltkrieg zerstört.

Bei dem Krähenberg-Meteoriten handelt es sich um einen LL5-Chondriten. Zwischen den dunklen Einschlüssen und der hellen Matrix bestehen deutliche Unterschiede, beide sind auch deutlich voneinander abgegrenzt. Die hellen Bereiche enthalten Chondren sowie 3,2 % metallisches Eisen und 1,2 % metallisches Nickel, während in den dunklen Einschlüssen keine Chondren und nur 800 ppm Ni vorhanden sind. Das dunkle Material besteht aus devitrifiziertem Glas und enthält kleine idiomorphe Olivin- und Pyroxen-Kristalle (KEMPE & MÜLLER, 1969).

Der Meteorit von etwa 30 cm Durchmesser und 18 cm Höhe gehört mit seiner skulpturierten Oberfläche zu den schönsten in Deutschland gefallenen. Die Hauptmasse befindet sich heute im Geoskop-Urweltmuseum, Burg Lichtenberg, Thallichtenberg.




    Salzwedel.  Gewöhnlicher Chondrit, LL5.


Salzwedel. Fragment. Größe 3 mm. Gewicht 0,008 g. Ex Sammlung Matthias Kurz,
ex Sammlung Peter Jäger. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Meteorit Salzwedel.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (high iron), LL6.

Fall 14.11.1985. Hohenlangenbeck, Kuhfelde bei Salzwedel, Sachsen-Anhalt (52.75609°N, 11.05048°E), TKW 43 g.

Am 14. November 1985 um 18.17 Uhr wurde über der nordöstlichen BRD und der westlichen DDR von zahlreichen Augenzeugen ein Meteor beobachtet. Die Leuchtspur begann in etwa 100 km Höhe zwischen Hannover und Bremen und verlief annähernd in östliche Richtung. Nach 5 Sekunden stieg die Helligkeit stark an und es folgten noch zwei Lichtausbrüche bis Vollmondhelligkeit, bis es zum Erlöschen in etwa 20 km Höhe bei Salzwedel kam. Etwa 1,5 Minuten später hörte der Lehrer Manfred Tiburtius in Hohenlangenbeck, wie etwas prasselnd und raschelnd durch die Zweige eines Baumes fiel. Er berichtete noch am gleichen Abend seinem Kollegen, dem Geographielehrer Roland Scharff davon. Dessen Sohn, der 13-jährige Patric Scharff, ein engagierter Hobbyastronom, der die Lichterscheinung auch gesehen hatte, konnte am folgenden Tag nach intensiver Suche unter einer Pappel einen schwarzen, 43 Gramm schweren Stein finden.
Dass es sich um einen Meteoriten handelte, wurde von Prof. Dr. H.-J. Bautsch vom Museum für Naturkunde, Humboldt-Universität Berlin, bestätigt (HEINLEIN, 1986; EHMKE, 1987).

Auf Grund von IR-spektroskopischen Untersuchungen wurde der Meteorit vorläufig als L oder LL Chondrit klassifiziert, der überwiegend Olivin enthält (WAGNER et al., 1988). Nach optischer Mikroskopie und Elektronenmikroskopie erfolgte eine Einstufung als brekziierter LL5-Chondrit (MATTHES, 1995). Der Meteorit enthält Olivin, Orthopyroxen, Clinopyroxen, Plagioklas, Troilit, Nickeleisen, Chromit sowie akzessorisch Chlorapatit und Whitlockit. In die feinkristalline und rekristallisierte Matrix finden sich Millimeter- bis Submillimeter-große Gesteinsfragmente eingebettet. Nicht zerbrochener Olivin, zahlreiche Olivine ohne undulöse Auslöschung und nicht deformierte Plagioklase sprechen für eine leichte Schock-Metamorphose. In einigen Klasten und Mineralen finden sich Hinweise auf eine stärkere Schockeinwirkung.




    NWA 1584.  Gewöhnlicher Chondrit, LL5.

Meteorit NWA 1584.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL5.

Fund 2002. Nordwest-Afrika. TKW 3250 g.

NWA 1584 weist deutlich erkennbare, z.T. recht große Chondren in einer hellen Matrix auf. Er enthält Forsterit (Fa 28.3), Pyroxen (Fs 25.2), Troilit und Fe-Ni-Metall. Schockstadium 2, Verwitterungsgrad W1.


NWA 1584. Teilscheibe. Größe 30 x 18 mm, Gewicht 3,2 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6438.  Gewöhnlicher Chondrit, LL5.

Meteorit NWA 6438.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL5.

Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 225 g.

Der Meteorit enthält Forsterit (Fa27.7) und Pyroxen (Fs23.4Wo1.7). In der hier vorliegenden Scheibe ist ein 30 mm großer, runder, Mg-Ca-reicher Einschluss zu sehen. Es handelt sich um eine extrem große Chondre. Gut erkennbar sind bis zu 3 mm lange Pyroxen-Kristalle in der Chondre. Schockstadium S2, Verwitterungsgrad W2.


NWA 6438. Teilscheibe. Größe 68 x 32 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
 
Meteorit NWA 6438, Detail.

Die große Chondre mit den Pyroxen-Kristallen.

Bildbreite 30 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    Ensisheim.  Gewöhnlicher Chondrit, LL6.


Ensisheim. Teilscheibe. Größe 14 x 8 - 11 mm, Gewicht 1,2 g. Sammlung und Foto
Thomas Witzke.
Meteorit Ensisheim.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.

Fall Mittags 7. (16.) November 1492. Ensisheim, Colmar, Elsass, Frankreich. TKW 127 kg.

Der Meteorit Ensisheim ist einer der ältesten beobachteten Fälle, von denen noch Material erhalten ist. Er zog mit einer Leuchtspur und lautem Donnern über den Himmel und fiel 1492 auf einen Acker zwischen Ensisheim und Battenheim. Unterschiedliche Datumsangaben 7. bzw. 16. November sind wohl auf den julianischen bzw. Umrechnung auf den gregorianischen Kalender zurückzuführen. Der Fall wurde von von zahlreichen Augenzeugen beobachtet und erregte großes Aufsehen. Sebastian Brant gab ein Flugblatt dazu heraus, auch Albrecht Dürer hielt den Fall in einer Zeichnung fest. Kaiser Maximilian I, der zu der Zeit in Ensisheim weilte (oder kurz nach dem Fall anreiste ?) schlug sich Material von dem Stein ab und deutete den Fall als ein positives Zeichen in einem Streit mit dem französischen Kaiser Karl VIII. Der Meteorit wurde später in der Kirche von Ensisheim aufbewahrt. Die Hauptmasse von 55,75 kg ist heute im Palais de Regence in Ensisheim zu besichtigen.




    Trebbin.  Gewöhnlicher Chondrit, LL6.


Trebbin. Fragment. Größe 3 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Meteorit Trebbin.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.

Fall 13.30 Uhr, 1. März 1988. Trebbin, Brandenburg, Deutschland (ungefähre Position 52.21537°N, 13.22314°E). TKW 1250 g.

Am 1. März 1988 gegen 13.30 Uhr bemerkten die Mitarbeiterinnen der Gärtnerischen Produktionsgesellschaft Blumenstadt Trebbin, Else Rotkehl, Ingrid Buhnar und Eva Ulrich ein zischendes Geräusch, dann krachte es und Glas splitterte. Erst am nähsten Tag wurde eine zerbrochene Glasscheibe an einem Gewächshaus sowie beschädigte Blumentöpfe und Gesteinsbruchstücke auf dem Boden bemerkt. Willi Zühlke, ein Hobby-Mineraloge, erkannte, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Gestein handelt, sammelte einige Bruchstücke auf und informierte die Abteilung Geologie beim damaligen Rat des Bezirkes Potsdam. Die Mitarbeiter Knut Hahne und Gerhard Andrehs vom Zentralinstitut für Physik der Akademie der Wissenschaften in Potsdam bargen die Fragmente drei Tage nach dem Einschlag. Es fanden sich 16 größere und zahreiche kleinere Fragmente von zusammen 1,25 kg (PEINIGER, 1988; HAHN, 2013).
Der Meteorit weist eine brecciöse Textur aus 0,1 - 5 mm großen Olivin- und Gesteins-Klasten in einer feinkörnigen Matrix auf. Die meisten Klasten sind LL6-Material, jedoch sind auch einige niedriger metamorphe und andere xenolithische Klasten
vorhanden. Die Klasten wurden mindestens bis Stadium S3 geschockt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine polymikte, fragmentale Brekzie mit Klasten verschiedener Herkunft.

Trebbin zeigt ein Defizit an kurzlebigen kosmogenen Radionukliden wie 57Co, 54Mn und 22Na, jedoch normale Gehalte an dem länger lebigen 26Al. Dieser Befund lässt sich am Besten erklären durch das Zerbrechen eines Körpers in kleinere Stücke, etwa 1 - 3 Jahre vor dem Fall auf die Erde, so dass sich das Spektrum an Isotopen nicht voll entwickeln konnte (HEUSSER, 1989).
Die Hauptmasse des Meteoriten befindet sich im Museum für Naturkunde, Humboldt-Universität Berlin, weitere Fragmente beim Heimatverein Trebbin.




    Stubenberg.  Gewöhnlicher Chondrit, LL6.


Stubenberg. Fragment. Vom Exemplar M1 (No. M1q). Ansicht von zwei Seiten.
Größe 4,5 x 4 mm, Gewicht 0,056 g. Ex Sammlung Dieter Heinlein. Sammlung und
Foto Thomas Witzke.
Meteorit Stubenberg.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.


Fall 6. März 2016, Stubenberg, Bayern. TKW 1473 g.

Am 6. März 2016 wurde um 22.37 Uhr MEZ von etlichen Augenzeugen und Feuerkugelkameras eine auffällige Feuerkugel beobachtet. Speziell die tschechischen Kameras, die vom Astronomischen Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften betrieben werden und hochwertige Digitalaufnahmen liefern, erlaubten eine genaue Berechnung der Flugbahn und des Fallgebietes. Die Berechnungen von Pavel Spurný und seinem Team ergaben, dass um 22h36m51s MEZ ein Körper von etwa 600 kg Masse mit geringer Geschwindigkeit von 14 km/s unter einem steilen Winkel von 20° gegen die Senkrechte in die Atmosphäre eintrat. Die 72 km lange Leuchtspur begann 85,9 km hoch über der oberösterreichischen Stadt Mattinghofen und endete in 17,6 km Höhe im Osten von Braunau über dem Inn, der hier die deutsch-österreichsiche Grenze darstellt. Der Körper zerbrach mehrfach, in 30,4 km, 25,5 km, 21,5 km und 20,4 km Höhe. Das berechnete Streufeld lag zwischen den niederbayrischen Orten Stubenberg und Ehring und reichte mit einem kleinen Teil noch bis auf oberösterreichisches Gebiet. Die größeren Bruchstücke waren im nordwestlichen Teil des Feldes zu erwarten.

Stubenberg. Kleines Fragment. Vom Exemplar M3 (No. M3r). Größe 2,5 x 1,5 mm,
Gewicht 0,004 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.
Eine Suchaktion begann am 12. März 2016 und noch am gleichen Tag konnten die ersten Fragmente eines bei einem Aufprall auf einem Feldstein zerbrochenen Exemplars gefunden werden. In den nächsten Tagen gelangen weitere Funde. Die Hauptmasse von 1320 g konnte nach intensiver Suche durch Ralph Sporn und Martin Neuhofer geborgen werden. Die Funde bestätigten die Berechnung des Streufeldes perfekt. Gefunden wurden die Exemplare M1, 47,88 g (48°17'42.9''N, 13°06'58.9''E) in 17 Bruchstücke zersplittert; M2, 7,66 g (48°17'44.9''N, 13°07'57.7''E) und in zwei Teile zerbrochen; M3, 19,24 g (48°17'43.9''N, 13°07'45.8''E); M4, 42,43 g (48°16'58.5''N, 13°07'25.0''E); M5, 1320 g (48°18'20.9''N, 13°05'36.5''E) sowie M6, 35,89 g (48°17'53.6''N, 13°05'59.9''E) (HEINLEIN, 2016).

Der Meteorit erhielt den Namen Stubenberg und wurde als Chondrit LL6 charakterisiert. Er enthält Olivin (Forsterit, Fa31.4), Pyroxen (Enstatit, Fs25.4 und Augit, Fs11.2Wo41.4), Plagioklas (Albit, An11.1Or5.5) sowie untergeordnet Troilit, Kamacit, Taenit, Chromit, Chlorapatit und Merrillit. Er ist brekziiert und weist die Schockstufe S3 auf. Das Bestrahlungsalter liegt bei 36 +/- 3 Millionen Jahren. Es wurde ein prä-atmosphärischer Radius von etwa 35 cm berechnet.



    NWA 6042.  Gewöhnlicher Chondrit, LL6.

Meteorit NWA 6042.
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.

Fund 2009. Nordwest-Afrika. TKW 1150 g.

Der Meteorit ist stark brekziiert. Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1.


NWA 6042. Vollscheibe. Größe 82 x 60 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 6982.  Gewöhnlicher Chondrit, LL6.

Meteorit NWA 6982 (Vollscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6.

Fund 2011. Nordwest-Afrika. TKW 340 g.

Der Meteorit ist stark brekziiert. Schockstadium S3, Verwitterungsgrad W1.


NWA 6982. Vollscheibe. Größe 62 x 48 mm. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



    NWA 5514.  Gewöhnlicher Chondrit, LL6-7.

Meteorit NWA 5514 (Teilscheibe).
Gewöhnlicher Chondrit, LL Gruppe (low iron, low metal), LL6-7.

Fund 2005. Nordwest-Afrika. TKW 1311 g.

Zu dem Meteoriten sind noch keine näheren Daten bekannt.


NWA 5514. Teilscheibe. Größe 23 x 12 mm. Gewicht 1,350 g. Sammlung und Foto Thomas Witzke.



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Literatur siehe Hauptseite Meteorite
Weitere verwendete Literatur:
Hiroi et al. (2007) Lunar and Planetary Science 38, 1048.pdf

Krähenberg: vom Rath, G. (1869) Annalen der Physik 137, 328-336; Briegel, W. (1988) Meteor 3, Heft 11, 26-30; Yokoyama & Misawa (2009) 72 Ann. Meteoritical Society Meeting; Fundkoordinaten: Mitteilung von Hanno Strufe im Meteorite-Mineralien-Gold-Forum, 02.05.2010
Trebbin: Stöffler, D.
Borovička, J. et al. (2013): The trajectory, structure and origin of the Chelyabinsk asteroidal impactor.- Nature doi:10.1038/nature12671
Jones, R.H. et al. (2013): Petrography of the Chelyabinsk meteorite, and thermal history of the impact melt lithology.- 76th Annual Meteoritical Society Meeting, 5119.pdf
Popova, O.P. et al. (2013): Chelyabinsk Airburst, Damage Assessment, Meteorite Recovery and Characterization.- Science 342 (2013) + Supplementary material
www.meteorite-recon.com: Fire, Ice and Meteorites. The serach for remains of the Chelyabinsk superbolide
HÄPKE, L. (1889): Der Meteorit von Barntrup.- Abhandlungen herausgegeben vom naturwissenschaftlichen Vereine zu Bremen 11, 323-324
BARTOSCHEWITZ, R. (1990): Der Meteorit von Barntrup, NRW.- Meteor - Zeitschrift für Meteoritenkunde 5 (Heft 18), Nr. 2



© Thomas Witzke / Stollentroll


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